#40 - Annika Flug - Plötzlich ohne Mama
Shownotes
In dieser Folge liegt Annika Flug bei mir im Bett — und wir sprechen über ein Thema, das uns alle irgendwann berührt: Trauer.
Annika hat ihre Mutter plötzlich und unerwartet verloren. Doch aus diesem Verlust ist bei ihr nicht nur Schmerz entstanden, sondern auch etwas, das unglaublich vielen Menschen Mut macht: Offenheit, Rituale, Verbindung — und eine neue Art, über Trauer zu sprechen.
Wir reden darüber, wie es ist, plötzlich ohne Mama weiterleben zu müssen. Über Muttertag ohne Mutter. Über Blumen, Erinnerungen, Schuldgefühle beim Lachen — und über die Frage, ob man einen geliebten Menschen wirklich loslassen muss. Oder ob es vielleicht eher darum geht, ihn anders bei sich zu tragen.
Vielleicht ist einer der wichtigsten Gedanken daraus:
Weiterleben bedeutet nicht, weniger zu lieben.
🎧 Die Folge als Video bei YouTube findet ihr hier: https://youtu.be/e9-EB90tEEs
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Danke fürs Zuschauen, Zuhören, Mitfühlen und Teilen. Wenn euch diese Folge berührt, lasst gern einen Kommentar da — vielleicht auch für jemanden, den ihr vermisst. 💛
Transkript anzeigen
00:00:00: Hi, ich bin Pascal.
00:00:02: Herzlich willkommen in meinem Bett!
00:00:05: Jetzt mal ein bisschen anderer Podcast.
00:00:06: Ich liege aber aus Gründen hier.
00:00:08: Ich habe nämlich MECFS und eine Kopfgelenksinstabilität.
00:00:13: Kennt bisher kaum jemand, aber genau daran würde ich am liebsten mit euch zusammen etwas ändern.
00:00:20: Es wird allerdings kein reiner Krankheitspodcast, sondern Talkformat mit überraschenden und spannenden Themen.
00:00:27: Mit sehr persönlichen Gesprächen und vor allem mit unglaublich tollen Gästen!
00:00:32: Ja und weil ich natürlich nicht zu meinen Gästens kann legen sich meine Gäste zu mir in dieses Bett.
00:00:40: Legt euch gerne mit dazu.
00:00:54: Hallo ihr Lieben und herzlich willkommen zu einer neuen Folge.
00:00:59: Wir wollen euch heute mitnehmen auf eine Reise, könnte man vielleicht sagen.
00:01:04: Und zwar auf ne Reise die einerseits sehr traurig ist aber auch auf der anderen Seite.
00:01:15: Im ersten Moment wirkt das auf den einen oder andere so ein bisschen unerträglich gerade wenn man mal über das Thema Tod spricht.
00:01:20: Aber es geht heute auch um eine Reise, aus der ganz viele ganz tolle Dinge entstanden sind.
00:01:26: Was ganz Wunderbares und darüber möchte ich heute sprechen mit Annika Flug, die ist da!
00:01:31: Hallo Annika!
00:01:32: Ich freu mich!
00:01:33: Ich freue mich auch so sehr dass du da bist.
00:01:36: wir beide haben ganz lange nach dem Termin gesucht aber kein Wunder Du wohnst ja mittlerweile in Österreich.
00:01:41: Ja
00:01:42: das stimmt
00:01:42: Hast da quasi man kann sagen schon Vor längerer Zeit auch schon, aber ein neues Leben angefangen.
00:01:49: Du bist aber gerade zu Besuch in Schleswig-Holstein.
00:01:50: Ja genau bei Papa in der Heimat in Nordröstedt und ja wohne jetzt seit drei Jahren in den Bergen Ganz, ganz glücklich.
00:01:59: Aber es ist auch immer super schön wieder hier im Norden zu sein und ja tolle Menschen zu treffen!
00:02:04: Auch
00:02:04: Dankeschön!
00:02:05: Also ich beziehe das jetzt mal einfach auf mich.
00:02:07: Danke schön.
00:02:09: Ja, ich finde das ganz, ganz toll.
00:02:10: Ich meine dass er ein totales Kontrastprogramm quasi von der Küste in die Berge zu ziehen wissen ja ganz wenige.
00:02:15: nur wir haben glaube ich weiß nicht ob wir schon darüber gesprochen haben Meine Familie kommt ursprünglich auch aus Österreich.
00:02:21: Das war schon ein paar hundert Jahre her.
00:02:23: aber Ich meine, man kommt drauf vielleicht wenn man drüber nachdenkt ob Hilgeruber ein norddeutscher Name sein könnte oder nicht aus dem Salzburger Land.
00:02:33: Ich da wohne ich ja.
00:02:34: Ach, okay, das hatte ich noch gar nicht so tief im Schirm.
00:02:35: Ich wohne,
00:02:36: sei einfach hintergleiben, das gehört zu Salzburg?
00:02:37: Dann liebe Grüße!
00:02:38: Schön,
00:02:39: guck mal wieder eine gemeinsame Grüße.
00:02:41: Ja also it's meant to be.
00:02:44: es sollte dann jetzt so sein und ich freue mich über ganz viele Dinge warum du hier liegst aber natürlich auch dass du auch wenn die Anfrage jetzt schon weiter zurück liegt aber du sofort gesagt hast na klar mach ich das lege ich mich hierzu dir ins Bett spreche über dieses Thema da kommen wir dann gleich ganz ausführlich zu.
00:03:01: Und andererseits auch, dass du gesagt hast, das du dieses Projekt halt für Sichtbarkeit von ME-CFS natürlich ja unglaublich gerne unterstützen möchtest.
00:03:07: Absolut!
00:03:08: Ja also ich verfolge deinen Podcast ja irgendwie schon so seit den Baby Steps und aber auch deine Geschichte ne?
00:03:16: Du als Person und vor allem was du daraus machst aus dieser Erkrankung ist für mich einfach ganz inspirierend.
00:03:24: und ja du bist für mich wirklich so... Einer der stärksten Menschen irgendwie, die ich kenne.
00:03:29: Ach
00:03:29: du bist auch das ist ja total lieb!
00:03:31: Vielen vielen Dank jetzt.
00:03:32: Ich könnte das Kompliment jetzt einfach noch zurückgeben aber ihr werdet ja auch im Laufe der Folge dann vielleicht einfach selbst merken warum ich dass von Annika oder über sie denke wenn wir das alles ein kleines bisschen vertiefen.
00:03:42: aber erstmal vielen dank für die Wort.
00:03:44: und hast Du denn trotzdem auch völlig unabhängig jetzt mal vor mir oder dem Podcast irgendwelche berührungspunkte zu mcfs?
00:03:52: Nee tatsächlich Ich würde jetzt fast sagen, so glücklicherweise
00:03:58: bist
00:03:58: du die einzige Person, die ich persönlich kenne.
00:04:01: Mir wird das immer mal wieder bei Instagram auch ausgespielt wahrscheinlich eben auch weil ich bei dir interagiere und schon auch mal selber recherchiert habe dein Leben obwohl es ja auch vielfältig ist aber ein bisschen besser zu verstehen.
00:04:21: Erfahrungen mit Krankheiten oder auch eben Dingen, die einen einfach einschränken im Leben.
00:04:29: Ja also gesundheitlichen Einschränkungen das ja aber mit ME-CFS tatsächlich nicht.
00:04:36: Was ja wie gesagt du hast es gerade selbst kurz angerissen was ja auch gut ist und was ja schön ist.
00:04:40: Aber grad bei ME CFS und insofern haben wir da eine kleine Schnittstelle.
00:04:44: zumindest beim Thema dass wir heute sprechen geht es ja leider für viele junge Menschen auch oft um das Thema loslassen, viel zu früh los lassen auf die eine oder andere Art und Weise.
00:04:58: Und das tangiert dich insofern auch als dass du unter anderem neben all den Dingen, die du machst... Du bist Skilehrerin, du bist Mountainbike-Führerin Es gibt ja soviel was du machst Unter anderem aber eben auch Trauerbegleiterin wird heute auch eine der Schnittstellen sein, über die wir sprechen.
00:05:15: Bevor wir jetzt ganz genau auf die Geschichte kommen ... Was würdest du sagen?
00:05:18: Wo stehst Du gerade im Leben?
00:05:20: Wer ist Annika grade?
00:05:23: Tatsächlich an einem Punkt, wo ich ... Jetzt grade bin ich so sehr mit mir selbst verbunden und meinem Weg.
00:05:30: Und das war ne lange Zeit nicht so.
00:05:32: Die letzten Jahre echt war ich so auf diesem Findungsweg.
00:05:35: Und was will ich eigentlich mit meinem Leben machen?
00:05:39: vor allem auch eben beruflich, weil ich immer wieder gemerkt habe.
00:05:42: Ich hab's noch nicht ... Und ich bin so ein Mensch, ich brauch eine Berufung, die ich lebe und ich hab mir irgendwann erlaubt dem nachzugehen und mich wirklich mit dem zu verbinden was ich eigentlich machen möchte und es ist v.a.
00:05:55: Menschen begleiten in ganz vielen Facetten sozusagen Ja, da beginne ich eigentlich gerade aber das läuft schon ziemlich gut also Ein paar Workshops gegeben und einfach so Dinge, die aus meinem Herzen kommen.
00:06:11: Das ist total spannend!
00:06:13: groß irgendwie und ich glaube, da wird noch viel passieren.
00:06:16: Das glaub' ich auch!
00:06:17: Ich finde das merkt man dir auch an.
00:06:18: Das hört man, das sieht man du strahlst das aus Und für mich um das mal so ein bisschen mit einzustreuen ist es halt umso spannender weil Du ja auch aus den Medien kommst.
00:06:28: ursprünglich Es ist zwar das erste Mal dass wir beide uns heute persönlich treffen Auf der anderen Seite ist es total verrückt Weil wir beide hier in Schleswig-Holstein Radio gemacht haben.
00:06:37: Du warst halt bei RSH Ja Ich war ja beim NDR Und ich kann mich daran erinnern vielen Jahren mal telefoniert haben, weil du so ein bisschen auf der Suche warst halt und wir uns ein bisschen ausgetauscht haben ob vielleicht auch der NDR was für dich sein könnte oder so.
00:06:51: Und wieder schon ich sag mal relativ weit waren in Anführungsstrichen und du dann auf einmal von jetzt auf gleich gefühlt für mich deine Zelte abgebrochenen und was völlig anderes gemacht hast also einen ganz mutigen Schritt gegangen bist Und der ja aber so fühlt sich das für mich an, für dich einfach total richtig war.
00:07:09: Ja, total!
00:07:10: Also das Leben hat mich einfach dahin geleitet.
00:07:13: also ich habe echt versucht wieder hier oben Fuß zu fasten und wieder in die Heimat zu kommen, zu meinen Freunden, zu meiner Familie zurück, wieder in mein ehemaligen Beruf als irgendwie Radio-Redakteurin.
00:07:24: Aber ja, dann hab ich doch das Hirn gespinzt irgendwie gehabt, Skidarerin zu werden und hab das nächste Saison gemacht.
00:07:30: Hab mich verliebt und bin da geblieben.
00:07:32: Also so diese klassische Geschichte.
00:07:34: eigentlich aber sollte alles so sein... Einfach dem Leben irgendwie dankbar, dass das mich da so hingeführt hat.
00:07:42: Aber es ging lang hin und her?
00:07:44: Es ging langhin und her!
00:07:45: Es waren viele auf- und abs.
00:07:47: Ich finde es toll und bemerkenswert, dass du Annika davon sprichst Dass Du sagst, dass Du dankbar bist Weil Du ja glaube ich einfach mit einer der größten Herausforderungen zum Managen hattest Und auch natürlich auch immer noch hast Die eine Menschen irgendwie so passieren kann.
00:08:00: Ihr habt sie im Episodentitel schon gelesen.
00:08:03: Grob wisst worum es geht.
00:08:06: vielleicht magst du deine Geschichte einfach mal erzählen und uns ein bisschen daran teilhaben lassen, was es passiert?
00:08:14: Aber natürlich auch so wie sich's für dich gut anfühlt.
00:08:18: Ja irgendwie voll schön war ich ganz lange nicht die Geschichte erzählt habe und ich rede eigentlich tatsächlich immer gerne darüber weil ja ist irgendwie auch so Mama wieder da sein und aufleben lässt also...ja das war vor Ja, fast zwei Jahre in den Jahren.
00:08:38: Eigentlich ein sehr schöner Tag.
00:08:40: Mein Freund hatte gerade den ersten Platz bei einem Mountainbike-Rennen gemacht und wir waren in Feierstimmung und es war gerade Siegerehrung und wir sind weitergezogen um irgendwie anzustoßen.
00:08:51: und auf einmal rief Papa an.
00:08:54: Allerdings über Mama's Handy.
00:08:57: Und ich bin rangegangen mit den Worten Na wollt ihr ansehen zu seinem Sieg gratulieren?
00:09:03: und hörte dann Papas Stimme, wo ich schon komisch war.
00:09:06: Dass der über Mama's Handy anruft und er war so, nee bist du gerade allein oder hast du Leute um dich rum?
00:09:15: Und ich hab dann gesagt Papa was ist los?
00:09:18: und er meinte dann Mama hatte eine Hirnblutung und liegt im Krankenhaus und das war es eigentlich erst mal.
00:09:32: Er weinte auch doll und hat so geschlurzt.
00:09:35: Und ich war erstmal so, Papa beruhigtig, beruhigtig und atme mal erst einmal.
00:09:41: Dann ging aber bei mir so... Ich habe wirklich die ganze Zeit gesagt, nein, nein!
00:09:45: Das kann nicht sein.
00:09:48: Ich weiß genau an welcher Stelle wir waren.
00:09:49: Wir waren da an der Straße am Bordstein von einem Hotel.
00:09:53: Ich bin wirklich auf dem Boden gesagt, also ich hab mich dann hingesetzt.
00:09:58: Ich hatte dann meinen Freund und noch weitere Freunde um mich rum.
00:10:01: Und die waren natürlich so, was ist los?
00:10:03: Was ist
00:10:03: los?".
00:10:03: Ja.
00:10:04: Ich hab erst mal zugehört ... Dann hat er das eben erzählt, dass sie gerade notoperiert wird.
00:10:11: In dem Moment war für mich einfach so ein Scherz jetzt.
00:10:15: Das passiert einfach grade nicht.
00:10:16: Es kann nicht sein!
00:10:18: Ja...und das war der erste Moment in dem ich erfahren habe, dass Mama grad auf den Weg ist irgendwie mich zu verlassen.
00:10:28: Und vor allem auch nicht hinter einer Nähe.
00:10:31: Da sind wir ganz weit weg.
00:10:33: Ja, genau die war zum Glück in Spanien mit meinem Papa im Urlaub.
00:10:38: Zum Glück sage ich, weil ich mir nicht den Vorwurf machen konnte jetzt bin ich nicht zu Hause in Nordor steht und kann nicht da sein.
00:10:45: also sie war im Urlaub mit meinem papa und Ich habe dann direkt entschieden ich fliege sofort hin und will da sein natürlich für Papa auch und Für mich war aber zu dem Zeitpunkt bis auf dem Ausmaß noch gar nicht betrifft.
00:11:01: Das konnte ich gar nicht, das ist ja erst mal so ein Schock und ich war so naja jetzt wird sie halt operiert und dann wird ja weder alles gut.
00:11:09: Ja, da bin ich am nächsten Tag hingeflohen mein Bode auch und sie lag dann im Koma und wir haben sie da letztendlich besucht im Krankenhaus.
00:11:22: Und es war einerseits schön sie zu sehen und dass sie eben noch da war Aber die Ärztinnen kamen dann auch rein für ein Gespräch und ... Ich erinnere mich noch so, ich stand mit Papa.
00:11:35: Wir durften nur zu zweit, weil das war zwar nicht mehr so wirklich Corona-Höstphase aber ja schon noch Sonnezeit, ne?
00:11:42: Wir durfte nur zuzweit auf die Intensivstation.
00:11:44: Und mein Papa und ich waren erst reingegangen.
00:11:47: Die ÄrztInnen haben relativ zeitnah gefragt, wie will ihre Mutter organisch spenden?
00:11:55: Das war eins der ersten Sachen, die ich gehört hab.
00:11:59: Wahnsinn.
00:12:01: Da stand ich dann da auch und war erst mal sauer und fahre so, ihr sollt doch erstmal ihr Leben retten!
00:12:07: Das geht doch jetzt nicht darum dass sie jemand anderen das Leben schenkt sondern ihr soll doch erstmal alles machen.
00:12:13: Ich war erst einmal total schockiert irgendwie aber für die Ärzte.
00:12:16: die wussten natürlich schon es waren eine massive Hirnblutung im Hirnstamm also der wichtigste Verbindung zum Körper Und die wussten natürlich schon, was das bedeutet und ich konnte es noch nicht so wichtig
00:12:30: greifen.
00:12:31: Du bist auf keine Art und Weise irgendwie da angekommen sozusagen und absolutes Gefühlschaos irgendwas, was man sich ja überhaupt nicht vorstellen kann.
00:12:44: Nichts wo man sich reinfühlen kann nichts worauf man sich vorbereiten kann und was einem einfach wahrscheinlich von jetzt auf gleich komplett den Boden unter den Füßen wegreißt
00:12:55: Ja, total.
00:12:56: Und da war natürlich immer so dieser Gedanke... Also sie lag dann noch ein paar Tage im Koma und wir haben uns jeden Tag mit diesem Gedanken befasst.
00:13:03: aber ich habe auch immer daran geglaubt.
00:13:04: für mich war klar sie wacht wieder auf es passierte einen Wunder.
00:13:08: Ich glaube ja irgendwie auch an mehr sage ich mal als die Medizin selbst in so einem Fall und ich fahre mal morgen gehe ich hier rein und dann hat sich die Augen auf und sagt oh Gott Leute ich war irgendwo aber jetzt bin ich wieder hier Und das ist halt nie passiert.
00:13:23: Sie lag da immer wieder und er hat dann immer wieder gesagt, der Körper reagiert nicht, ihr Herz schlägt noch.
00:13:30: Das hat bis zuletzt funktioniert aber sonst nichts mehr und ich habe eigentlich bis zum letzten Tag ... Wir haben dann ja bis Freitag den Dreizehn tatsächlich komischerweise sie jeden Tag besucht und jeden Tag gehofft dass die Testergebnisse noch was anderes ergeben.
00:13:51: Aber ja irgendwie war ihre Geschichte abgeschlossen und so haben wir uns dann irgendwann verabschiedet.
00:14:00: Und jeder Tag war irgendwie wieder so ein Loslassen, und mir hat aber glaube ich auch die Hoffnung... Es war ja ein wunderschöner Ort an dem wir waren in Spanien am Strand.
00:14:13: Die Wohnung meines Onkels wo ich meine Kindheit verbracht habe also auch so einen Ort der für mich zu Hause bedeutet hat.
00:14:19: Ich hab dann morgens am Strand irgendwie den Wellen zugehört und mit meinem Papa, mein Bruder immer wieder gute Gedanken und ja Hoffnung reingeschickt.
00:14:28: Und auch mit Mama kommuniziert irgendwie so auf dieser Gedankengebene Ja.
00:14:34: und irgendwann war dieser Tag, in dem wir gesagt haben Wir lassen los.
00:14:42: Ja vielleicht die schwerste Entscheidung, die man sich überhaupt vorstellen kann im Leben zu treffen Sie gehen zu lassen an einem Ort der ja das ist gerade gesagt für Dich ne Bedeutung hat und deine Eltern, glaube ich ja auch eine Verbindung dazu haben.
00:14:57: Die haben sich
00:14:57: in der Nähe kennengelernt.
00:14:59: also es war so ein Kreis da sich schließt irgendwie auch.
00:15:04: Das fühlt sich doch einfach wahrscheinlich unfassbar surreal an.
00:15:07: Ja immer noch!
00:15:11: So viele Leute die davon berichten sprechen eigentlich sind immer die gleichen Dinge wie Albtraum aus dem man nicht aufwacht und so.
00:15:18: Es ist wahrscheinlich einfach überhaupt nicht greifbar.
00:15:22: Und ich hab das immer noch so.
00:15:24: Tage, Momente wo ich so richtig wie so aufwache und so denke ach ja, Mama ist ja nicht mehr da.
00:15:30: Ich kann sie jetzt nicht mehr anrufen um Ratfragen oder ihr von meinen neuesten Highlights erzählen.
00:15:36: Das ist jedes Mal immer noch wo ich denke wann hört es denn auf dass man das immer wieder zwischendurch wie so vergisst?
00:15:42: aber ich glaube das ist auch eine Art Schutz hilft mir auch manchmal und trotzdem versuche Sie auch immer noch teilhaben zu lassen an meinem Leben.
00:15:54: Was mir auch hilft so im Alltag, dass ich da wirklich auf mit ihr spreche und sage, ey Mama!
00:15:59: Ich bin gerade heute in einem Podcast gewesen, kannst du dir das vorstellen?
00:16:04: Und mir vorstellen was sie antworten würde?
00:16:06: und ja also die Verbindung ist irgendwie immer noch da und das hilft mir sehr.
00:16:11: Jetzt hätte mich mal noch interessiert zu fragen, was deine Mama wohl gesagt hätte wenn du ihr gesagt hättest Du ich lege mich zu einem Wildfremden ins Bett und zeichnen einen Podcast.
00:16:21: Die hat gesagt, ja mega cool!
00:16:23: Trinken wir nachher eine Weinschorlet drauf.
00:16:27: Wie heißt deine Mama wenn ich fragen darf?
00:16:29: Ja gerne Barbara.
00:16:30: Liebe Grüße Barbara.
00:16:33: Wir beide gehören dazu den Menschen die sehr sicher sind dass sie uns zuguckt und zuhört.
00:16:39: Erzähl' uns mal ein bisschen von ihr.
00:16:40: was ist deine Mama?
00:16:41: was ist Barbara für ein Mensch gewesen?
00:16:43: was hat sie ausgemacht?
00:16:46: fange ich direkt an zu strahlen, weil sie war für mich so das Licht.
00:16:51: Ja.
00:16:53: Diese pure Lebensfreude.
00:16:55: und ja dass das Strahlen.
00:16:58: Sie hat immer das positive gesehen.
00:17:01: Sie war immer bestärkend egal was sich für verrückte Ideen wieder hatte.
00:17:07: Sie hat oft wenn so Dinge schief gelaufen sind, hat angefangen bei Ich habe meinen Bus verpasst oder die Bahn.
00:17:15: Ihr Motto war immer so, das soll alles so sein.
00:17:18: Und sie war der Meinung, dass passiert aus dem Grund ... Weil du grade nicht da sein sollst, wo du vielleicht eine halbe Stunde früher hinkommen würdest.
00:17:26: Also dieses ... Das stimmt ja!
00:17:27: Das schützt dich vor etwases?
00:17:29: Du bewahrt dich vor was Schlimmeren.
00:17:31: also... So dieses höhere Denken auch und dieses Vertrauen ins Leben, was sie mir einfach ... ihr Leben lang vorgelebt hat.
00:17:44: Und das ist einfach dein Geher, ich hoffe erst mal nur ein kleines, aber ...
00:17:51: Da wo das herkommt gibt es noch viel mehr.
00:17:53: Ja, da liegen viele Tränen.
00:17:56: Aber ja so ein ganz positiver Mensch und sie hatte auch viele Schicksalsschläge, viele Unfälle, Hüfte neu, Knie neu und immer wieder irgendwie was, wo sie auch zu kämpfen hatte und sie hat das irgendwie immer leicht genommen.
00:18:10: Das hat sie mir auch so mit auf den Weg gegeben und ich bin sicher, dass sie mich damit auch schon vorbereitet hat.
00:18:17: Auf diesen Schmerz und diese Zeit und darauf irgendwie trotzdem noch was Positives zu sehen in dieser so harten traurigen Zeit des Lebens.
00:18:31: Ja, der Gedanke kam mir gerade auch.
00:18:33: Das wirkt so ein bisschen so einmal sehr beeindruckend, sehr bemerkenswert, ein großes Vorbild und auf der anderen Seite kann man wirklich auf die Idee kommen dass sie dir da was vorgelebt hat schon halt.
00:18:44: Du hast es grade selber gesagt dich vorbereitet in den Anführungsstrichen.
00:18:50: Es klingt nach einer ganz ganz tollen Mama und deswegen bist du wie du bist du trägst das ja gerade weiter Dieses auch dieses Positiv.
00:19:00: Ja, es ist ja auch... Ich verlinke Annika's Instagram-Account mal hier in den Beschreibungen drunter damit ihr mal seht was du da machst weil du ja auch von Anfang an sehr viele Menschen an diesem Schicksalsschlag hast teilhaben lassen.
00:19:17: Ich erinnere mich daran dass ich damals dieses erste Posting von dir da gesehen habe wo du ich glaube das war ein Reel vom Strand gepostet hast Und einfach darum gebeten hast, dass alle Menschen gute Gedanken zu deiner Mama schicken nachdem das passiert war.
00:19:30: Das nächste Posting war dann halt eben, dass deine Mama nicht mehr da ist und ja... Ja!
00:19:39: Das hat mich auch sehr, sehr bewegt und tut es auch heute noch und auch die Art und Weise wie du damit umgehst weil du diesen Trauerprozess einfach auch öffentlich machst und das glaube ich Etwas ist oder nicht glaube ich, sondern das ist etwas was mich an dir einfach so unglaublich beeindruckt und warum Ich auch so gerne mit dir darüber in diesem podcast sprechen wollte weil Das was isst.
00:20:05: Was ich von ganz vielen menschen die auch trauern vorher nicht kannte.
00:20:08: Ja Es ist natürlich was unglaublich persönliches dass macht jeder so für sich aber das kann dich halt kein so noch Nicht.
00:20:18: gab es da irgendeinen moment wo du gesagt hast du möchtest das zu machen oder ist das einfach Passiert einfach ein Gefühl.
00:20:25: Ja, ich war schon immer relativ vergleichsweise offen mit so schwierigen Themen also ich mochte das schon immer gerne bei Instagram auch die schwierigen Zeiten und Tiefen des Lebens zu zeigen.
00:20:40: Ich hatte auch mal eine Phase, wo ich in Therapie war und mit so depressiven Verstimmungen zu kämpfen hatte.
00:20:46: Und auch das habe ich damals schon thematisiert weil ich immer dachte wir posten alle unser Essen und unsere tollen Urlaubserlebnisse und so.
00:20:53: aber diese schwierigen Phasen die zeigen irgendwie so wenig und ich wollte immer echt sein und deswegen... Ich war schon vorher so und ich hab mir natürlich auch schon so oft die Gedanken gemacht kann nicht das echt bringen.
00:21:06: darf ich da sozusagen Mamas Geschichte, Mamas Tod dafür benutzen andere Menschen irgendwie zu unterstützen oder zu sagen hey ihr seid nicht alleine.
00:21:19: Ich merke eben auch dass das ja Menschen verbindet miteinander mit sich selbst, mit dieser Geschichte.
00:21:26: ich kriege so viel Support da und so wertvolle Kommentare jetzt auch gerade wieder zum Muttertag.
00:21:33: Also es war nie so der Punkt, dass ich entschieden habe.
00:21:36: Ich mache das jetzt sondern ich war schon so und das war dann eben gerade meine Realität die ich auch verarbeiten wollte.
00:21:44: also für mich ist das auch so viel Verarbeitung.
00:21:47: natürlich schreibe ich auch manchmal in meinen Journal und ich spreche auch mit Menschen darüber aber jedes mal wenn ich bei Instagram was darüber teile auch mal schwierigere Sachen aber auch mal irgendwie Ja, sich die Trauer so einfach und schön wie möglich zu machen.
00:22:03: Wie jetzt zum Muttertag?
00:22:05: Dann ist das für mich ein Teil des Prozesses.
00:22:09: Und natürlich kommt trotzdem immer wieder eine fiese Stimme, die dir sagt ja jetzt instrumentalistierst du irgendwie den Tod um Aufmerksamkeit zu kriegen.
00:22:18: Das ist auch da!
00:22:20: Ich lass es dann da sein und frag mich selber, stimmt das?
00:22:24: Ich denke eigentlich findet Mama das toll dass ich sie weiterhin ehre quasi
00:22:30: Ich finde es großartig, wie reflektiert du daran gehst.
00:22:32: Nicht einfach nur zu machen.
00:22:33: also weil ich mich auch frage gibt's dann Angst vor Ablehnung?
00:22:37: hast doch Ablehnung bekommen hast doch Kritik bekommen.
00:22:40: aber das gibt's mit Sicherheit auch oder?
00:22:42: Ja tatsächlich nicht so oft.
00:22:45: Das ist ja schön
00:22:46: super super schön.
00:22:48: aber will die Worte gar nicht genau wiedergeben was da stand und ich bin mir auch ziemlich sicher dass das kein echter Mensch war sondern eher so ein Chatbot.
00:22:55: aber da ging es auch eben.
00:22:57: ich weiß gerade gar nicht mehr welches real und welches thema das war aber der hat wirklich sowas geschrieben.
00:23:03: wie geschieht dir recht du punktpunkt.
00:23:08: da war ich aber mittlerweile an dem punkt wo ich gesagt habe okay dass jetzt irgendein monster wahrscheinlich irgendwie die böses auf diese welt bringen will und ich bin mittlerweile raus.
00:23:18: Ich bin höher, also ich hab da keinen Bock mehr drauf mich fertig machen zu lassen und ich habe das einfach gelöscht gemeldet blockiert und bin dann nicht jetzt darauf eingegangen.
00:23:27: so meister schreibe sogar es tut mir so leid du musst so verletzt sein.
00:23:33: ich schick dir ganz viel liebe und wärme und heilung damit du sowas nicht mischen.
00:23:38: wenn ich das gefühlt ist eine echte person ja ich hatte auch mal so menschen die eher so ein bisschen komische Parteien wählen würden, die ich jetzt nicht wählen würde.
00:23:46: Die haben da auch mal was von wegen.
00:23:49: ja dann heult doch.
00:23:50: also ich zeig dann auch manchmal meine Tränen und da kann man sagen was man will.
00:23:54: das gehört halt irgendwie für mich dazu.
00:23:57: Und die dann irgendwie auch abwüsste Sachen geschrieben habe ich mich ein bisschen drauf eingelassen auf die Diskussion Und manchmal hab' ich auch einen Puls Dann spreche ich das kurz mit meinem Freund an und dann geht's wieder.
00:24:08: wäre auch komisch wenn nicht Weil ich meine, du kehrst dein innerstes komplett nach außen.
00:24:13: Du machst dich ja komplett verletzlich und angreifbar.
00:24:16: Aber am besten Fall oder im Idealfall ist es dann auch... Oder ist ja gut dass du an einem Punkt bist in deinem Leben, an dem du so reflektiert bist das du eben sagen kannst, was sagt über diese Person viel mehr aus als über mich?
00:24:29: Und es dann einfach wegzudrängen.
00:24:31: aber Ich frage das allen deshalb weil Bei mir in der Bubble ist es ja nicht so schlimm, aber auch ähnlich teilweise.
00:24:37: Weil Menschen auch da unterschiedlich mit ihrer Wut und Mit ihrer Verzweiflung umgehen.
00:24:41: Ständlicherweise?
00:24:42: Absolut!
00:24:43: Der Ansatz ist halt immer total unterschiedlich.
00:24:46: Aber ich mein selbst früher beim Radio machen... Ich war schon immer der wenn du das Nummer als fiktive Zahl bekommst.
00:24:52: Du kriegst hundert Mails.
00:24:53: davon sind neunundneinzig lobend und toll Die eine die dich blöd findet oder vor allem Fies und gemeint wird auf persönlicher Ebene.
00:25:01: Das war die, die ich dann lange immer mitgenommen
00:25:03: habe.
00:25:04: Und bei deinem Thema jetzt ist es ja noch viel intensiver, noch viel persönlicher und umso schlimmer dann wenn Menschen so sind.
00:25:13: aber ich finde es toll wie du damit umgehst und wo du gerade auch das Beispiel Muttertag angesprochen hast.
00:25:20: Das war auch wieder was, wo ich mich in den letzten Tagen wieder so bestärkt gefühlt habe und gesagt habe dieses Gespräch möchte ich so gerne mit dir führen weil das ja die Klassiker sind Geburtstage Weihnachten Silvester, wo oft ja auch eine ganz besondere Verbindung zu den Menschen jemand vermisst halt einfach da war und du hast dich erinnern mich.
00:25:37: Du hast jetzt vor ein paar Tagen gepostet und hast geschrieben Ich hätte so gerne Mama noch mal ne Karte geschrieben oder so gern ihr Blumen geschenkt oder auf mit ihr angestoßen oder so Und dann gesagt warum eigentlich nicht?
00:25:50: Dann hast du es halt trotzdem gemacht.
00:25:53: Ja und das ist glaube ich so der Inbegriff wie ich Versuche, mit dieser Trauer umzugehen.
00:25:59: Ich versuch alles da sein zu lassen.
00:26:01: also wenn Emotionen kommen dann lass ich die raus und wenn ich so Gedanken habe dann ist das für mich immer ein Hinweis.
00:26:08: Ich möchte das jetzt machen und ich mache das auch wenn sie das nicht mehr überreiche.
00:26:14: aber ich kann es ihr trotzdem in Gedanken überreichen und ich kann meine Mama ja trotzdem noch Ehren und ihr auf die Karte schreiben.
00:26:22: Natürlich habe ich auch geschrieben, ich wünschte du wärst hier!
00:26:24: Und wir würden jetzt hier zusammen auf der Bank sitzen.
00:26:27: aber heute sitze ich mit Papa hier und rede über dich und denke an dich.
00:26:32: Ich liebe dich immer, habe ich letztendlich geschrieben.
00:26:37: Ich bin sicher dass sie das irgendwie spürt und dass unsere Angehörigen egal ob Mama, Papa, Schwester, Tochter ja bei uns sind... Vielleicht nicht hier als Geist im Raum stehen, sondern die Seelen irgendwie trotzdem mitbekommen.
00:26:52: Jedes Mal weißt du dieser Gedanke jedes mal wenn wir sie über sie reden merken Sie das irgendwie?
00:26:57: Das finde ich einfach so schön!
00:26:59: Ja und es spielt am Ende des Tages auch überhaupt keine Rolle was andere darüber denken.
00:27:04: Und wenn ich jetzt sage ich glaube anders fliegende Spaghetti-Monster.
00:27:08: Genau.
00:27:09: So um mal den Klassiker irgendwie zu bemühen.
00:27:11: Es spielt ja überhaupt keine.
00:27:15: Ja, das was du gerade gesagt hast einfach irgendwie so wichtig dieses... Trotzdem in diese Gefühle zu gehen und das zu machen.
00:27:21: Dieses Weiterleben.
00:27:26: Also weiterleben bedeutet ja nicht weniger zu lieben.
00:27:31: So deine Mama ist in anderer Form jetzt irgendwie für dich da.
00:27:37: Und dem Raum zu geben finde ich halt mutig und stark und daraus auch etwas zu ziehen.
00:27:43: weil Ich meine, das ist ja was wo viele trauerenden Probleme mit haben dieses weiterzumachen.
00:27:49: Dieses sich immer wieder diese Fragen zu stellen.
00:27:53: Wenn ich jetzt lache verrate ich dich.
00:27:55: wenn ich weitergehe lasse ich dich zurück und einfach das Gegenteil daraus zu machen und sich das erlauben glaube ich in dem Prozess auch wahrscheinlich einfach wahnsinnig wichtig oder?
00:28:06: Und
00:28:06: ich finde auch dieser Erlaubnis es ist so ein kraftvolles Wort weil Du darfst dir die erlaubnis geben letztendlich dein leben weiterzuführen.
00:28:15: Natürlich ist da immer dieser gedanke ja das würden die auch gar nicht anders wollen und dass es manchmal auch ein bisschen schwierig weil das was dann in einem selbst abgeht und was da Für alle möglichen gedanken.
00:28:27: von diesem darf ich jetzt wieder lachen.
00:28:30: und das haben wir schon damals in dieser abschiedswoche quasi gemerkt Wir haben so viel gelacht Wir haben immer gesagt, das ist doch verrückt.
00:28:40: Mama liegt gerade im Sterben!
00:28:41: Wie können wir lachen?
00:28:43: Und es hat uns trotzdem so viel Heilung gegeben und es war auch in Mama's Sinne.
00:28:49: Mama war total humorvoll.
00:28:51: Die war dieser kastische Frau, die hat so viele Witze über sich selbst gerissen.
00:28:56: Da sind auch Dinge passiert irgendwie wo wir manchmal fast die Hand von Mund gehalten haben und gesagt haben, das kann man doch nicht machen So Kleinigkeiten, wo wir dachten, krass, als würde Mama uns manchmal auch noch so ein paar Scherze hier ins Leben werfen.
00:29:12: Damit wir den Verstand nicht völlig verlieren.
00:29:15: und Humor ist glaube ich in solchen Situationen wenn man den haben kann das kann dann glaub ich nicht jeder und dass es auch in Ordnung.
00:29:24: aber Wenn er da ist sich dafür nicht schlecht zu fühlen und Trauer ist so vielfältig Und es gibt eben nicht diesen einen Weg.
00:29:32: du lernst nicht in der Schule Das ist Trauer und so trauert man.
00:29:36: Ja, es gibt Trauerphasen wo man dann irgendwie sagt zuerst is der Schock und vielleicht auch die Wut und dieses Warum hast du mich verlassen?
00:29:44: oder so?
00:29:45: Auch das ist manchmal okay.
00:29:47: ne Und da gibts eben kein richtig und kein falsch und jeder trau hat anders und dass ist in Ordnung und ich glaube das ist auch das was ich so zeigen möchte.
00:29:56: Und dass es bei mir auch Tage gibt, ich hatte Angst vor Muttertag hab dann den einen Tag gesagt jetzt ist Muttertag und habe irgendwie gezeigt wie ich weine über Instagram und dann ging's mir am Muttertag total gut und ich dachte boah wie verlogen bist du denn?
00:30:09: Jetzt postest du den einen tag deine Tränen und wie du das Erinnerungsbuch von Mama durchblätterst und dabei weinst... ...und dann wein' ich am Muttertag gar nicht!
00:30:18: Das geht ja gar nicht.
00:30:20: Ja is aber die Realität soll ich jetzt aus Jux und Tollerei.
00:30:24: Und weil ich mich dann besser für Wein macht ja auch keinen Sinn.
00:30:27: Nein, ich meine deine Gefühle halten sich nicht an Daten?
00:30:30: Genau!
00:30:31: Also vermute ich jetzt einfach mal.
00:30:33: Ja.
00:30:33: Und außerdem dürfen die Dinge doch nebeneinander stehen.
00:30:35: Genau.
00:30:35: Ich darf doch beides gleichzeitig da sein.
00:30:37: Total.
00:30:38: So
00:30:38: behaupte ich jetzt erstmal.
00:30:40: Absolut
00:30:41: Aber würdest du trotzdem behaupten?
00:30:42: also wenn wir jetzt zum Beispiel mal nehmen wir mal Mexiko Der Tod hat in dieser Kultur einfach eine völlig andere Bedeutung als hier bei uns zum Beispiel.
00:30:53: Man muss ja die Dinge nicht eins zu eins übernehmen, du hast es gerade gesagt und das ist auch total wichtig.
00:30:58: Trauer ist was super individuelles aber manchmal habe ich schon das Gefühl dass würde uns wirklich gut tun offener und weniger stigmatisierter ein bisschen entspannter mit dem Thema umzugehen, weil es einfach genauso wie die Geburt dazugehört.
00:31:14: Und ich finde auch das ist wichtig mit Kindern über den Tod zu sprechen und auch wir Erwachsenen sollten einfach viel selbstverständlicher vielleicht damit umgehen.
00:31:24: Wie empfindest du das?
00:31:26: Ja, ist ganz witzig!
00:31:27: Weil ich find den Dia de los Muertos so schön also... Es gibt ja auch diesen einen Disney-Film.
00:31:33: jetzt fällt mir gerade der Name nicht ein, warum uns darum geht.
00:31:36: Ja, wir beide wissen welcher gemeint ist.
00:31:37: Auch Gott habe ich geweint bei diesem Film.
00:31:39: Den hab' ich auch schon öfter geguckt.
00:31:41: Fällt uns noch ein!
00:31:42: Ich kenne mindestens zwanzig Leute die jetzt diese Folge hören und gucken und sofort sagen la-la-la.
00:31:47: Schreibt's gerne sonst in die Kommentare falls wir während der Folge nicht draufkommen.
00:31:50: Es sind glaube ich nur Name, ne?
00:31:52: Es ist eh, ich glaube auch.
00:31:53: aber ja das kommt noch.
00:31:56: Es ist ja so bunt und feiern.
00:31:58: Und dieses Leben wird gefeiert, und ich finde auch unsere Kultur ist... Wir gehen auf einen Friedhof aus Stein in Schwarz gekleidet und sprechen was wir jetzt alles vermissen irgendwie.
00:32:10: Und wir haben zum Glück Papa war dann auch damals so Ja ich weiß gar nicht wie Mama beerdigt werden will!
00:32:17: Und dann kam ihm aber auf einmal ja auf jeden Fall nicht auf den Friedhof.
00:32:22: Dann meinte er, er hat an der Steilküste irgendwie ... An der Hofwachter Bucht.
00:32:28: mal waren sie in so einem Stadtungswald.
00:32:32: Frieden-Oppencliff heißt es.
00:32:34: Also so ne?
00:32:35: Der Frieden am ... an der Klippe sozusagen oder ja an der Küste.
00:32:39: und da sind die mal durchgegangen und irgendwie fand Mama das da so schön.
00:32:42: und dann war mir so Ja, dann weiß du's doch!
00:32:44: Und wir haben das eben dann dargemacht und wir haben jetzt nicht Beerdigung sondern Lebensfeier genannt.
00:32:51: Und eben so dieser Gedanke, ihr Leben zu feiern.
00:32:55: Zu feiern, dass wir sie in unserem Leben hatten.
00:32:58: Wir haben auch geschrieben bitte zieht euch was buntes an und da war niemand schwarz gekleidet.
00:33:02: Irgendwer hat ein bundes Tuch eine bunte Jacke einen bunten Hut ne bunte Mütze und es war so schön!
00:33:10: Wir hatten so eine tolle Trauer Rednerin die mit so viel Liebe und Humor Mama's Geschichte erzählt hat.
00:33:20: So ein schöner Tag und das klingt so paradox darüber, so zu sprechen.
00:33:25: Aber ich habe mit meinem Bruder zusammen dann Mamas Urne da darf man ja auch nur eine Urne an den Baum legen zum Lied Jerusalemma zum Baum getragen weil das so ihr Lied war.
00:33:39: was sie irgendwie immer wo sie mir geschrieben hat dazu tanzt sich gerade in der Küche und du hast diese Urne oder Ich hab diese Urnen getragen und war so Mama Du würdest es gerade lieben.
00:33:49: Und diese ganze Abschiedsfeier, Lebensfeier Beerdigung, Reerdigung mit der Natur wie man es auch immer nennen will war so wertvoll.
00:33:58: Das würde ich anderen auch wünschen dass sie das nicht nur als so schweren Tag und Abschied sehen.
00:34:06: Ich finde ist ein ganz ganz wichtiger Tag aber ja auch eben so ein bisschen Dankbarkeit dafür fühlen können nebenbei und Leichtigkeit dass die diese Person im Leben hatten.
00:34:20: Ich erinnere mich, du hast mir damals Fotos und Videos geschickt von diesem Tag.
00:34:24: Und das hat mich so positiv berührt auch die Energie, die ihr dann da halt hattet in den Momenten.
00:34:32: Und ich kann mich noch daran erinnern dass ich meiner Frau das gezeigt habe weil Lena ihre Mutter ja auch sehr früh verloren hat und ihr dieses Schicksal erteilt und ich weiß noch wie Lena sofort instant angefangen hat zu weinen, weil sie das so wunderschön fand auch immer bunt ist.
00:34:51: Also es wird immer darauf geachtet, dass da einfach das zu sehen ist was was ihre Mama ausgemacht hat und genauso habt ihr das ja auch gemacht.
00:35:00: Und natürlich ist das etwas habe ich ja gerade auch schon mal gesagt auch zu euch.
00:35:05: Das ist was total individuelles.
00:35:07: Das muss man nicht machen aber es ist einfach so ein Bauchgefühl, so ein Herzensgefühl dass es uns allen gut tun würde.
00:35:14: Uns erstens ...offener mit dem Thema zu beschäftigen, offener darüber zu kommunizieren.
00:35:18: Es ist oft ja irgendwie ein Tabuthema.
00:35:22: Aber ich denke so... Ich mein gut klar!
00:35:23: Ich habe jetzt auch zweieinhalb Jahre Zeit gehabt hier im Liegen über solche Dinge nachzudenken einfach weil ich ja auch viele Menschen kenne durch die Erkrankung, die leider nicht mehr da sind und die auch ihr Leben selbstbestimmt beendet haben durch den assistierten Suizid vor allem junge Menschen, Mitte zwanzig, die es einfach nicht mehr ertragen haben und da fängt man natürlich automatisch an darüber nachzudenken.
00:35:47: Aber auch da gibt's die Beispiele.
00:35:48: Da waren Menschen dabei.
00:35:50: Ihr werdet Kati noch kennen, die ihren Instagram-Account schon während ihrer Erkrankung genannt hat, freu dich nicht zu spät!
00:35:58: Und die eine unglaublich lebensliebende junge Frau war, die immer gesagt hat ich liebe das Leben, ich möchte leben so habe ich ertrag es halt nicht mehr.
00:36:08: Und selbst da war die Trauerfeier einfach eine positive.
00:36:13: So und ich glaube, dass das sein darf um das Thema vielleicht dann einfach mal abzuschließen auch wenn es wie gesagt individuell ist.
00:36:20: aber ich glaube das darf sein wir dürfen uns das erlauben
00:36:23: ja total alles darf irgendwie sein und wir dürfen wütend traurig dankbar glücklich sein dass wir die person hatten geprägt wurden, vielleicht auch gerade wenn es irgendwie in die Familie ist und dem Raum geben.
00:36:42: Und darüber nicht sprechen natürlich!
00:36:45: Das ist alles in Ordnung.
00:36:48: Manchmal ist es dann noch Tagesform abhängig, Phasenabhängigkeit, Trauer ist ja auch eh was... das kommt ja entwählen.
00:36:55: also wie oft habe ich schon mit Leuten darüber gesprochen Die auch sagen, nein die Zeit heilt nicht alle Wunden.
00:37:00: Das stimmt einfach nicht.
00:37:03: Es geht einfach darum zu lernen diese Welle zu reiten und die da kommt.
00:37:07: Ja und alles anzunehmen was kommt das finde ich auch.
00:37:09: es gibt so viele Floskeln und Sprüche irgendwie ne?
00:37:12: Und ich weiß es wird... Ich werde nie davon heilen können!
00:37:16: Da wird immer diese Wunde bleiben weil es wird ja nicht irgendwann der Tag kommen wo ich sage ja ich habe meine Mama eigentlich viel zu früh verloren aber stört mich gar nicht mehr.
00:37:25: Also wenn ich in die Zukunft schaue, mir vorstelle... Wenn ich irgendwann mal selber Mama werde und die werden ihre Oma niemals so kennenlernen wie es mir wünschte Das ist für mich so Die größte Angst irgendwie, ne?
00:37:37: Mama zu werden Und meiner Mama das nicht zeigen zu können Sie wird das nie erleben.
00:37:42: sie hat nie noch Hochzeit von uns mitbekommen So Das ist schon dann hart irgendwie.
00:37:49: Aber ich denke auch immer wieder an die Momente, die ich mit ihr hatte.
00:37:54: Ich meine, auch Trauer hat ja nie nur mit tot zu tun.
00:37:57: Es gibt so viele Wege zu trauern, die Beziehung, die zu Ende gehen.
00:38:00: Man kann auch traueren darum, dass man keine gute Beziehungen seiner Mutter hat aber die noch am Leben ist.
00:38:06: Also es gibt so viel komplexe Situationen irgendwie.
00:38:10: Ich
00:38:10: wollte gerade sagen, es ist total unterschiedlich.
00:38:12: Es sind so viele verschiedene Bindungen und genauso wie Liebe was universell ist.
00:38:17: Es ist Trauer auch was universelles und individuelles.
00:38:20: irgendwie wenn ich mir über deinen Weg halt angucke, weil... Du hast es glaube ich vorhin auch selber mal irgendwie gesagt.
00:38:28: Aber mir ist das immer so ein bisschen zu billig, darauf zu reduzieren und zu sagen Es war trotzdem für was gut sozusagen.
00:38:36: Das finde ich irgendwie, weiß ich nicht, mir gefällt das nicht so.
00:38:39: aber würdest du d'accord gehen?
00:38:41: Wenn ich sage dass halt ja trotzdem etwas daraus entstanden ist.
00:38:45: So viel also.
00:38:48: Ja wir haben vorhin schon kurz darüber gesprochen.
00:38:53: Geh schon davon aus, dass jede Situation im Leben und jede Herausforderung.
00:38:57: Und das merkt man meistens nicht in dieser Situation wo man gerade tief in diesem dunklen steckt... ...und es einen so runterwirbelt und irgendwie ja nur schwer ist.
00:39:08: Aber im Nachhinein liegt so oft irgendein kleines Geschenk in diesen Situationen!
00:39:14: Das klingt erstmal paradox und manchmal denkt man sich was soll da jetzt für ein Geschenck liegen?
00:39:19: Für mich habe ich mir endlich erlaubt wirklich meinen Weg zu gehen, weil ich auch noch mal darauf zurückberufen.
00:39:27: oder es wurde mir gezeigt wie kurz das Leben sein kann.
00:39:30: Man war mal siebenundsechzig geworden da hätte ich jetzt die Hälfte eben schon irgendwie fast rum und was wir eben nur dieses eine Leben haben und es so kostbar ist und wir uns so sehr erlauben dürfen auch unseren Weg zugehen wie auch immer der Aussehen mag um daraus eben zu lernen das Beste aus dem Leben zu machen, auch jetzt noch.
00:39:50: Und gerade jetzt!
00:39:50: Also so irgendwie erst recht.
00:39:54: Das ist schon ein Gedanke das da ganz viel Gutes draus entstanden ist und ich dann ja die Ausbildung zur Trauerrednerin gemacht habe um selber Menschen zu verabschieden und zu ehren.
00:40:05: Ich hatte zwar keine Trauerfeier, die ich begleiten durfte aber ich weiß es wird irgendwann ein Teil meines Lebens werden.
00:40:14: Da wäre ich vorher nicht drauf gekommen.
00:40:17: Ich wollte irgendwie so das weitergeben, was wir auf unser Lebensfeier erleben durften mit Mama.
00:40:23: Ja
00:40:23: und so sind viele kleine schöne Sachen entstanden.
00:40:26: ja
00:40:27: Und du gibst ja auch schon ganz ganz viel Du berührst und erreichst dir allein über Instagram Schon ganz ganz viele Menschen.
00:40:32: also ich lese jeden deiner Beiträge und ich lse sie auch die Kommentare weil es einfach ... Die Energie ist einfach schön Und du hast es ja aber gesagt, bei den ganzen schlimmen Dingen in die man gerade so erlebt auf dieser Welt ist es auch schön sich mal um die wirklich wesentlichen Dinge zu kümmern.
00:40:50: Auch wenn da oft traurige Dinge dabei sind.
00:40:52: Aber das ist ja ähnlich wie mit ... Ich sag' das auch im Zusammenhang mit MECFS.
00:40:56: Es gibt wahnsinnig viele schwere und schlimme Erkrankungen auf der Welt.
00:41:00: Es gibts sehr viele schlimme Schicksale.
00:41:02: Ähm... Aber es kommt darauf an was mache ich daraus?
00:41:06: Wie gehe ich damit um?
00:41:08: Das ist was mir auch in der Bubble häufiger vorgeworfen wird.
00:41:13: Unverbesserliche Optimist, bezeichnet.
00:41:15: liebe Grüße an Sie.
00:41:16: Bille zum Beispiel, wobei die meint das liebevoll.
00:41:19: Aber auch von Menschen beschimpft dafür.
00:41:21: es gibt gab Leute, die mir geschrieben haben und gesagt haben ich dürfte diesen Podcast nicht machen weil ich damit die Erkrankung verharmlose und verniedliche.
00:41:29: Ich habe es dir vorhin schon mal kurz erklärt im Vorgespräch sozusagen durch die Tatsache dass sich Bett gebohnt und Haus gebunden bin gelte ich bei mcfs nur in Anführungsstrichen als moderat betroffen.
00:41:40: Es gibt Menschen, denen geht es viel schlechter als mir.
00:41:42: Und das möchte ich damit auch niemals relativieren oder irgendjemandem auf den Schlips treten und ich finde diesen psychotherapeutischen Terminus, diesen sekundären Krankheitsgewinn, das find' ich furchtbar!
00:41:53: Das wird diesen Dingen nicht gerecht.
00:41:56: aber zur Wahrheit gehört auch mit dazu wenn ich jetzt mal nur subjektiv mich hier nehme dass sich ohne diese Erkrankung wahrscheinlich diesem Podcast niemals gegeben... Also ich hätte ihn nicht gemacht Ich hätte diese Begegnungen nicht gehabt die anderen Dinge nicht ungeschehen.
00:42:11: Die Wut, die Trauer und die Verzweiflung, die Unmacht, viele spüren bei diesen Erkrankungen.
00:42:15: Darum geht es nicht.
00:42:17: Aber zur Wahrheit gehört auch, dass es auch andere Momente und Dinge gibt.
00:42:21: Insofern sage ich für mich immer, ist das Leben im Liegen trotzdem lebenswert halt.
00:42:28: Das versuche ich hiermit zu transportieren.
00:42:31: Ich verstehe es, wenn ich Menschen damit nicht erreiche oder Menschen sich damit nicht auseinandersetzen möchten.
00:42:40: Mein Weg ist ein anderer und deiner ja nun mal auch.
00:42:45: Und ich würde sagen, das teilen wir.
00:42:47: Es gibt halt einen davor und einen danach aber dass danach muss nichts wegen schlechter sein es ist halt anders.
00:42:54: Ja total.
00:42:56: Das ist das was du eben zur Erklärung worum mich dann deine Beiträge so gerne lese oder die Kommentare darunter lese.
00:43:02: weil auch wenn es um ein grundsätzlich trauriges Thema geht es einfach ganz kraftvoll ist und ganz viel positive Energie dabei ist Und um auf den Ausgangspunkt zurückzukommen, du trotzdem jetzt schon wahnsinnig viele Menschen erreichst.
00:43:16: Ja das überrascht mich auch immer so wie die mich dann finden und... Also, ich hatte jetzt so ein Beispiel zu nennen.
00:43:23: Zum Muttertag irgendwie so eins bei Leuten die gesagt haben wow, so eine schöne Idee jetzt Blumen zu kaufen obwohl deine Mama nicht mehr da ist.
00:43:29: das hilft mir gerade mich selbst daran zu erinnern.
00:43:32: und das mache ich jetzt auch.
00:43:33: Und wenn ich nur eine Person erreiche die ich gar nicht kenne und die mir irgendwie dann da folgt und das sieht dann denke ich schon so was man alles bewegen kann irgendwie und das finde ich bei dir aber genauso Wenn du damit einer person hilfst Die ja dadurch vielleicht stärker, kraftvoller, hoffnungsvoller oder wie auch immer.
00:43:54: Natürlich ist das auch wieder so individuell und du kannst eben nicht dass auf alle Münzen uns sagen ja es ist immer das was du draus machst das stimmt natürlich nicht immer.
00:44:03: aber dann hast du doch schon sowas großes und schönes hinterlassen.
00:44:07: und das ist doch irgendwie im Kern was wir uns so sehr wünschen dass wir etwas auf dieser Welt hinter lassen und sie irgendwie so ein bisschen besser verlassen als wir sie vorgefunden haben.
00:44:18: Ja, zumindest in der Form, in der wir uns hier gerade befinden.
00:44:22: In der physischen Form was ja auch letztendlich ich meine das gehört ja auch zu dem Thema Trauer mit dazu und warum wir gerade dieses gesagt haben die Zeit heilt nicht alle wunden.
00:44:31: Wir sind immer physische Menschen und physische Wesen so Und für uns sind Umarmung und Berührungen wichtig und sie sind halt einfach nun mal nicht mehr da.
00:44:40: Das lässt sich ja auch nicht ändern.
00:44:42: Was sich halt eben ändern lässt ist halt eben der umgang damit.
00:44:46: Ja, es ist lieb, dass du das auch sagst zu meinem Podcast.
00:44:48: Ich meine bei mir ist es vielleicht ein bisschen pragmatischer, bei dir ist es energetischer und emotionaler.
00:44:53: Bei mir ist oft so eher das Pragmatische worüber... Also was mich dann immer sehr berührt ist wenn Menschen mir zum Beispiel schreiben und sagen durch deine Öffentlichkeitsarbeit habe ich durch einen Gutachter jetzt einen angemessenen Pflegegrad bekommen oder sowas.
00:45:07: Das sind die Dinge wo ich denke wow!
00:45:10: Und wenn's nur eine Person ist hat sich das alles schon gelohnt.
00:45:14: Auf der anderen Seite, oder hoffe ich natürlich trotzdem ja auch weil mich selbst das auch immer motiviert wenn ich Genesungsgeschichten sehe.
00:45:20: Oder Menschen sehe den es besser geht durch was auch immer sie das geschafft haben ist egal einfach trotzdem weiter irgendwie Hoffnung und Durchhalten zu vermitteln weil ich fest davon überzeugt bin weil ich auch oft gefragt werde woher kommt denn die Resilienz?
00:45:34: Gut, meine Hauptresilienz ist drei Jahre alt und benutzt mich gerne als Hüpfburg zwischendurch.
00:45:39: Genau!
00:45:40: Da bin ich einfach... Du hast die Kleine ja gerade auch schon kennengelernt.
00:45:44: Da
00:45:45: werde ich bockig auf dem Universum gegenüber muss ich sagen weil ich denke ich lasse mir das nicht versauen.
00:45:51: Und auf gewisse Dinge haben wir sowieso alle keinen Einfluss.
00:45:54: Eben unter es irgendwie Ja, auch immer noch so viel mehr was man nicht weiß.
00:45:58: Was man noch nicht greifen kann und wer weiß wo dieses Leben und das andere was so drum herum ist noch hinführt.
00:46:06: Also ich wünschte natürlich dass du noch ewig und dass es irgendwie auch ja in der Medizin vorangeht ne?
00:46:13: Und ja... Das auch da wirklich Hoffnung und Heilung irgendwie noch kommt!
00:46:21: Ich bin fest davon überzeugt Es ist wahnsinnig viel Luft nach oben, es gibt Menschen das muss man leider gehört so weit auch mit dazu.
00:46:29: Es gibt Menschen auch jetzt schon die haben keine Jahre mehr leider so ne?
00:46:33: Das wird uns weiter weiter leider begleiten.
00:46:35: das gehörten wir zur Realität mit dazu.
00:46:37: aber ich bin fest davon überzeugt dass es das geben wird und da ist mein Glaube in dem Sinne auch unerschütterlich.
00:46:44: irgendwie.
00:46:45: Und ich bin auch einfach deswegen liebe diesen Podcast ja auch diese Gespräche die hier mit Menschen wie dir führen darf.
00:46:52: Ich bin ein so unfassbar neugieriger Mensch einfach.
00:46:55: Wenn's nach mir ginge, ich würd am liebsten noch tausende Jahre leben irgendwie und alles... Alles... Ich mein auch das würde mir dann wahrscheinlich nicht reichen.
00:47:02: irgendwie.
00:47:02: aber zu dem Thema was du auch sagtest dieses einfach wer weiß was da noch alles kommt?
00:47:07: Ich hab hier nicht umsonst dieses Zitat von einem meiner Lieblingsastrophysiker von Carl Sagan Heng Das zitiere es ja immer wieder mal somewhere something incredible is waiting to be known im Sinne von Es wird immer irgendwo irgendwas auf uns warten, was so unglaublich ist.
00:47:23: Dass es sich lohnt darauf zu warten und weiter motiviert zu bleiben irgendwie mit ein Grund.
00:47:30: ich weiß nicht wiederholt mich aber warum ich einfach deine Geschichte und dein Umgang mit diesem Thema so inspirierend finde.
00:47:36: einfach dass du so viel daraus ziehst und das obwohl es dich ja so nach unten zieht auch eigentlich so oft.
00:47:45: Das finde ich ganz bemerkenswert.
00:47:47: Ja ich glaube Also ich weiß, dass mir da so mein Weg davor auch einfach hilft.
00:47:54: Ich denke immer wenn ich dann bei Instagram poste nach dem Motto macht euch die Trauer so schön wie möglich.
00:48:01: oder denke ich oft so ja aber nicht jeder hat diese Resilienz und diese Stärken Aber die kommt bei mir auch nicht von ungefähr.
00:48:08: Ich habe da zehn Jahre für gearbeitet und Persönlichkeitsentwicklung gemacht Und hatte Coaching und Therapie und bin letztendlich in mir so stark geworden.
00:48:18: Herausforderungen, die mir das Leben vorher so geschickt hat irgendwie.
00:48:20: Ich weiß nicht schwierige Beziehungen mit Männern zum Beispiel oder eine.
00:48:24: Kann
00:48:25: ich mir überhaupt nicht vorstellen, dass es so etwas gibt?
00:48:29: Ja!
00:48:29: Die stärken uns ja nur für die wirklich wichtigen Dinge
00:48:32: in dem Leben.
00:48:33: und hätte ich das nicht gehabt dann wäre ich vielleicht nie zur Therapie gegangen und hätte das irgendwie aufgebaut was mir jetzt hilft das irgendwie zu überleben und noch was Gutes daraus zu machen und auch diese Dankbarkeit.
00:48:46: also Das klingt so blöd manchmal, aber in dieser Geschichte wie das alles passiert ist sehe ich so viele kleine Dinge für die ich dankbar sein kann.
00:48:55: Dass eben Mama bis zum letzten Moment nicht wusste dass sie sterben wird.
00:49:02: Sie war im Urlaub
00:49:03: ... Ja verstehe.
00:49:04: Hat bis zur letzten Sekunde irgendwie das Leben genossen und... Für die Zeit die ich mit ihr hatte, die Qualität-Time Und also eine dinge ja nämlich heute einfach auch sagen lassen, ich bin froh für die Zeit.
00:49:19: Für diese einunddreißig Jahre, die ich mit ihr hatte, die voller Fülle waren und lieber so als ja weiß nicht?
00:49:28: Ich will da auch nicht in den Vergleich von wegen mir geht es trotzdem noch besser als anderen.
00:49:32: aber
00:49:33: was sich glaube was wir beide ja auch das vereint uns gerade.
00:49:37: ich merke dass wenn ich jetzt grad so sind er schon bei reden jetzt schon eine ganze zeit lang alles gut Was uns Vereint ist, was wir beide gerade machen.
00:49:47: Wir relativieren ständig.
00:49:48: Wir rechtfertigen uns immer wieder mal damit sich bloß keiner auf den Schlitz getreten fühlt.
00:49:52: das finde ich es auch in Ordnung.
00:49:54: manchmal denke ich mir ist das unsere Verantwortung
00:49:57: dürfen
00:49:57: nicht einfach so machen wie wir's machen
00:49:59: ja und man da ihr dürft euch daraus rausziehen was ihr möchtet und entweder ihr sagt oh ja vielleicht sollt kann ich das ja auch mal versuchen so zu denken oder ihr lasst es.
00:50:09: Das ist eure Verantwortung.
00:50:10: Wir geben das jetzt einfach ab!
00:50:12: Sehr gut, sehr schön.
00:50:14: Ja, das ist ja auch ein bisschen die DNA dieses Podcasts.
00:50:16: Es ist ein Angebot.
00:50:18: Das war eigentlich fast gerade schon fast ein schönes Schlusswort weil ich dir so dankbar dafür bin dass du halt zwar ganz offen über Trauer sprichst aber vor allem auch über das Leben Und das ist für mich so der Knackpunkt bei der ganzen Geschichte.
00:50:34: Das finde ich beeindruckend und das ist das, wo ich einfach hoffe und mir wünsche dass da jemand auch was draus ziehen kann und du dann noch ganz viele Menschen weiter mit erreichen wirst.
00:50:43: Das hoffe ich auch und klar gibt es bei mir auch die Momente wo ich heulend irgendwo stehe und es bricht also natürlich nicht immer happy und alles und stark aber es darf eben alles sein und es zulassen.
00:50:59: Das ist wirklich ein schönes Schlusswort.
00:51:02: Ich hätte am liebsten noch stundenlang mit dir weitergeriddet auch... Ging
00:51:04: so schnell!
00:51:05: Darüber, dass du jetzt schon seit anderthalb Jahren in einem weisen Haus in Kenia arbeitest und da gerade eine tolle GoFundMe-Aktion hattest.
00:51:12: hast jemandem glaube ich seine Ausbildung damit finanziert?
00:51:14: Ja also nicht ich sondern alle tollen Menschen ja aber ich habe mein Geburtstag dafür genutzt um ihm so ein bisschen das zu erleichtern.
00:51:22: Sehen dann die Leute alles bei Instagram?
00:51:24: Ich wollte gerade sagen, es gibt jetzt noch so viele Dinge über die wir sprechen könnten.
00:51:27: Klickt einfach rein auf Annika's Instagram Profil.
00:51:30: da findet ihr alles Wichtige und natürlich vor allem eben auch die Dinge, über die Wir grade gesprochen haben.
00:51:35: Du hast das da ganz intensiv geteilt.
00:51:37: Da könnt Ihr euch das alles nochmal ganz genau angucken Und auch rein fühlen wenn Ihr mögt.
00:51:42: Ja ich weiß gar nicht was ich sagen soll.
00:51:44: Dank Dir einfach von Herzen für das Gespräch.
00:51:49: Ja, ich fand es auch super schön hier mit dir zu sprechen.
00:51:51: Das hätte noch Stunden so weitergehen können aber man soll ja aufhören wenn's ab schönsten ist um nochmal ein Kalendarspruch reinzubringen.
00:52:00: Wir haben uns im Vorfeld gefragt wie viele wir wohl bringen wären.
00:52:02: Es
00:52:03: ging
00:52:03: eigentlich
00:52:04: und es ist einfach nur eine Trainin gerollt.
00:52:06: Aber das habe ich oft.
00:52:09: Das passiert eher im Stillen.
00:52:12: Und ich sag mal so entweder es passiert oder es passiert nicht.
00:52:15: Genau!
00:52:16: Aber
00:52:16: es war trotzdem sehr berührend
00:52:17: Das finde ich auch.
00:52:18: Danke
00:52:19: dir für deine Zeit und euch fürs Zuhören!
00:52:21: Ich
00:52:21: wollte gerade sagen, euch natürlich, dass ihr dabei gewesen seid.
00:52:24: Ich habe jetzt zum Abschluss noch wie immer... Ihr wisst das ja alle?
00:52:27: Und du hast auch schon ein paar Folgen gesehen wo wir grad bei dem Thema sind.
00:52:30: Auch du bekommst hier als Gast in diesem Podcast noch einen Stück vom Universum geschenkt.
00:52:36: Du bekommest natürlich auch noch deinen eigenen kleinen Meteoriten.
00:52:39: Ein Eisenmeteorit.
00:52:43: Argentinien, wie toll!
00:52:45: Hast du zur Argentiniel-Verbindung?
00:52:47: Ich denke nur gerade so, naja ist ja nicht Spanien.
00:52:50: Aber die sprechen ja auch Spanisch und man war es ja in Spanier gegangen.
00:52:54: deswegen das geht jetzt grad.
00:52:55: die Verbindung hochkommt wenn's nicht Spaniens ist aber richtig schön.
00:52:59: Man merkt, du bist Medienmensch.
00:53:01: Du versuchst eine Brücke zu bauen von hinten durch die Brust ins Auge!
00:53:04: Das funktioniert mir gut.
00:53:05: Ja richtig schön und ich habe dir auch noch was Kleines mitgebracht.
00:53:09: also erst mal vielen Dank dafür.
00:53:11: Ich muss auch noch so denken gerade bei dem Thema heute.
00:53:16: Wir sind Teil von etwas großem
00:53:17: usw.,
00:53:18: aber das sind die Elemente aus denen wir gebaut sind.
00:53:22: Jeder von uns besteht aus Sternenstaub und für mich ist es die Verbindung immer zum Universum und vielleicht passender denn je.
00:53:29: Zu dieser Folge heute auch der Meteorit.
00:53:31: Oh,
00:53:31: schön!
00:53:32: Deine eigene Sternschnuppe.
00:53:33: Wäre dich nachher mal bei Google Maps schauen wo das liegt?
00:53:38: Ja ich war noch nicht da also ich habe dir nicht persönlich aufgelesen dachtest du.
00:53:44: Nein ganz ganz tolle Idee.
00:53:46: vielen vielen Dank.
00:53:47: Sehr sehr gerne.
00:53:47: Der bekommt einen Ehrenplatz.
00:53:49: Das freut mich.
00:53:50: Ich bin jetzt zu Hause.
00:53:52: Möchtest du auch noch was haben?
00:53:54: Na ja, geh ich jetzt.
00:53:55: Wenn du schon so freist bevor ich mich schlagen lasse...
00:53:57: Ich weiß mal hier in meine
00:53:58: Hüfte.
00:53:58: Ich bin total gespannt, was du mir... Ein Meteoriten!
00:54:03: Es ist ein kleiner Stein mit einem Engel drauf und...
00:54:09: Zeig euch den einmal in die Kamera.
00:54:10: Ja.
00:54:12: Beschreib mal einmal ganz kurz für alle die nur hören.
00:54:14: Genau es ist ein Ein Engel in einem kleinen, rosa Kleid und er hält in einer Hand ein Herz.
00:54:21: Und in der anderen Hand eine Wunderkerze.
00:54:24: also für mich so das Licht, das Leuchten.
00:54:28: Das Herz steht für mich für Verbindung.
00:54:32: Dieses Strahlen eigentlich diese Erinnerung weiter zu strahlen und dann leucht nie zu vergessen was irgendwie immer Indie ist.
00:54:40: Diese kleinen Engel haben Papa und ich zusammen vorbereitet für Mamas Lebensfeier.
00:54:44: Und dort verteilt so als Ritual in der Zeremonie, was sind eben kleine Schutzengel?
00:54:50: Also es ist auch ein Stück Mama!
00:54:52: Ich dachte das würde passen.
00:54:56: Und ich hoffe dass er dich beschützt.
00:54:58: Das ist total lieb.
00:54:59: Vielen vielen Dank.
00:55:00: Das berührt mich sehr.
00:55:01: Das bedeutet mir ganz viel.
00:55:02: Ich hoffe, dass ihr das sehen konntet, dass sie das gerade fokussiert hat.
00:55:06: Ansonsten mache ich euch sonst noch mal ein einziges Bild davon.
00:55:09: Das ist was richtig doll Besonderes.
00:55:13: Weil ... Ha!
00:55:16: Das sind... Kommt
00:55:17: doch noch.
00:55:18: Ja, alles gut?
00:55:21: Ihr wisst alle ich bin nah am Wasser gebaut Ich bin ein sehr fühlender Mensch.
00:55:24: Aber weißt du dieser Stein verkörpert alles worum es geht Gerade mit der Geschichte.
00:55:35: Es geht um die wirklich wichtigen Sachen im Leben.
00:55:39: Vielen, vielen, vielen Dank.
00:55:42: Gerne gerne!
00:55:43: Danke dir für
00:55:45: diese
00:55:45: schöne Zeit bei dir im Bett.
00:55:47: Danke gleichfalls.
00:55:48: das gebe ich zurück und ich bin mal gespannt worüber wir in der nächsten Podcast vollgesprechen werden.
00:55:53: Super
00:55:54: gerne wieder.
00:55:55: Ich glaube da sind noch viele Themen die wir besprechen können.
00:55:58: Bestellen wir erstmal den Bergen.
00:55:59: liebe Grüße
00:56:00: wenn
00:56:00: du wieder zurück nach Österreich kommst.
00:56:03: Genau mache ich auf jeden Fall.
00:56:06: Euch auch vielen dank für's zu gucken, dir fürs mittragen des Projektes.
00:56:11: Euch fürs mittagen des Projektes.
00:56:14: Ihr könnt es ja auch ihr wisst das weiter unterstützen indem ihr Like teilt abonniert für mehr Sichtbarkeit von ME CFS und Kopfgelängsinstabilitäten.
00:56:22: Ihr kündet mich ist immer wahnsinnig unangenehmer.
00:56:24: was gehört auch mit dazu dass ganz auch finanziell natürlich unterstützt damit ich das hier alles weitermachen kann in dem ihr eine Kanalmitgliedschaft bei YouTube abschließen könnt.
00:56:33: Ihr können zum Beispiel auch über meine PayPal Kaffeekasse ein bisschen was rein tun.
00:56:37: Vielen, vielen Dank an alle von euch die das auch schon getan haben.
00:56:40: Und ansonsten falls ihr betroffen sein solltet oder euch andere schwierige Themen gerade im Leben umtreiben sollten hoffe ich dass ihr einen stabilen Tag habt und einfach für euch alles Liebe!
00:56:52: Ich freue mich auf die nächste Folge und bis bald Tschüss!
00:57:08: Mit Pascal Hilgruber.
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