#38 - Alexandra & Leonie - "Ich dachte, ich kann es kontrollieren" - Realtalk Alkohol
Shownotes
In dieser Folge sprechen wir über ein Thema, das tief in unserer Gesellschaft verankert ist – und gerade deshalb oft unterschätzt wird: Alkohol.
Gemeinsam mit Alexandra Niehaus (war alkoholabhängig) und Leonie Laubisch (Suchttherapeutin) geht es um Fragen wie:
Wie beginnt problematischer Alkoholkonsum eigentlich? Warum merkt man oft so spät, dass etwas kippt? Welche Rolle spielen Scham, Verdrängung und Selbstkontrolle? Wie fühlt sich der Weg in die Abstinenz an? Und warum reden wir über Alkohol oft so viel lockerer als über andere Süchte?
Links zur Folge: Folge als Video bei YouTube: https://youtu.be/mwMC_PgNjKM OAMN-Programme: https://oamn.jetzt/meine-programme/ Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen: https://www.dhs.de/ Mehr zu „Hör mal, wer da liegt“: https://hoermalwerdaliegt.de/ Unterstützung für das Projekt: https://paypal.me/PascalHillgruber
Transkript anzeigen
00:00:00: Hi, ich bin Pascal.
00:00:02: Herzlich willkommen in meinem Bett!
00:00:05: Jetzt mal ein bisschen anderer Podcast.
00:00:06: Ich liege aber aus Gründen hier.
00:00:08: Ich habe nämlich MECFS und eine Kopfgelenksinstabilität.
00:00:13: Kennt bisher kaum jemand, aber genau daran würde ich am liebsten mit euch zusammen etwas ändern.
00:00:20: Es wird allerdings kein reiner Krankheitspodcast, sondern Talkformat mit überraschenden und spannenden Themen.
00:00:27: Mit sehr persönlichen Gesprächen und vor allem mit unglaublich tollen Gästen!
00:00:32: Ja und weil ich natürlich nicht zu meinen Gästens kann legen sich meine Gäste zu mir in dieses Bett.
00:00:40: Legt euch gerne mit dazu.
00:00:50: Mit Pascal Hilgruber.
00:00:54: Ich bin total schockiert gewesen, ich verlinke euch die Statistiken und Zahlen auch hier unter dem Video mal in den Beschreibungen.
00:01:02: Und die Zahlen sind finde ich echt heftig.
00:01:04: also über zwei Millionen Menschen bei uns in Deutschland sind alkoholabhängig fast zehn Millionen haben zumindest einen kritischen Konsum und bis zu fünfzigtausend Menschen im Jahr sterben bei uns In Deutschland anzuhohem Alkoholkonsum.
00:01:19: Machen wir einfach mal eine ganze Folge zu dem Thema.
00:01:22: Und habe mir dazu eingeladen, Leonie und Alexandra sind mit zugeschaltet.
00:01:27: Hallo ihr zwei!
00:01:30: Ganz kleiner Disclaimer vorweg, mir ist gerade aufgefallen.
00:01:32: Wir zeichnen ja jetzt hier Mitte April auf.
00:01:35: ausgestrahlt wird die Folge allerdings am zweiten Mai.
00:01:39: Es kann also durchaus sein dass der eine oder die andere von euch gestern ordentlich feiern gewesen ist.
00:01:44: das ganze aber natürlich ohne erhobene Zeigefinger Das ist mir ganz wichtig.
00:01:48: wo vielleicht gibt es auch einen kleinen wichtigen Impuls für den ein oder die anderen bei euch.
00:01:52: Ich stelle euch ganz kurz vor oder wir fangen mal an mit dir Leonie du bist Suchttherapeutin richtig
00:01:57: Genau.
00:01:58: Also ich bin psychologische Psychotherapeutin mit einer meiner Schwerpunkte sind eben Suchterkrankungen, genau.
00:02:05: Genau und Alexandra du selbst bist lange alkoholabhängig gewesen?
00:02:10: Genau!
00:02:11: Ich habe vor sechs Jahren mit den Trinken aufgehört und war lange Zeit alkohola-pengig.
00:02:18: Ja.
00:02:19: Und das finde ich so spannend an diesem Gespräch.
00:02:21: wir haben also heute einerseits mal die therapeutische, die professionelle Perspektive Und aber natürlich auch die persönliche Perspektive.
00:02:29: Das ist eine, glaube ich, perfekte Kombination und ihr beide arbeitet vor allem auch zusammen im Team von Natalie Stüben.
00:02:36: Die kennen einige von euch vielleicht von ihrem Online-Programm ohne Alkohol mit Natalie.
00:02:41: Wie seid ihr beiden dazu gekommen?
00:02:43: Alexandra fang du mal an vielleicht!
00:02:46: Wie ich für sie gearbeitet habe oder wie ich es überhaupt kennengelernt hab?
00:02:50: Ja, dann fangen wir mal mit dem Kennenleeren an.
00:02:53: Genau!
00:02:55: Also durch Sie bin ich halt nüchtern geworden.
00:02:57: tatsächlich vor sechs Jahren da habe ich einen Beitrag von ihr gesehen und war direkt von ihrer positiven Art total begeistert und habe dann auch ihre beiden Programme gemacht das Dreißig Tage ohne Alkoholprogramm und abstinenz stabilisieren.
00:03:12: Und damals hatte ich das Glück, dass ich noch sie persönlich erreichen konnte.
00:03:16: Weil sie einfach noch nicht so bekannt war und Sie hat mir dann auch geantwortet auf meine E-Mails und ich hab sie gefragt ob sie nicht mal ein Podcast mit einer jungen Mutter machen könne?
00:03:24: Dann sagte sie ja wann hast du denn Zeit, weil ich zu dem Zeitpunkt junge Mutter war!
00:03:30: Ja... Ich fand ihre Arbeit damals schon so toll, dass sich ihr gesagt habe wenn sie jemals Bedarf haben kann sie mir gerne Bescheid sagen, ich würde gerne für sie arbeiten.
00:03:39: Und zwei Monate später hat sie sich gemeldet und gesagt, du wie sieht es aus?
00:03:42: Hast du noch Zeit und Lust?
00:03:43: Wir bräuchten erst mal eine Vertretung.
00:03:46: Dann habe ich im Jahr two-tausend zwanzig angefangen und dann hat sich das positiv entwickelt so dass wir immer noch zusammenarbeiten jetzt.
00:03:55: Ja ganz toll wie sich das ergeben hat!
00:03:57: Ich finde auch toll, dass Du das machst.
00:03:58: Wir haben eben im Vorgespräch schon einmal ganz kurz darüber gequatscht.
00:04:00: also... Ich finde, es braucht ja viel Mut und auch viel Kraft erstens um sich mit dem Thema selbst zu beschäftigen aber dann auch damit in die Öffentlichkeit zu gehen.
00:04:08: Und zu sagen ich möchte auch anderen Menschen Mut machen damit.
00:04:11: Ja das ist ein total schönes Gefühl.
00:04:13: also am Anfang war's noch schwierig dass er auf den Prozess kommt.
00:04:17: ich weiß noch dass ich auch erst gezögert habe mit meinem eigenen Podcast und inzwischen ist das ganz normal geworden weil ich einfach weiß wie vielen Leuten das hilft Und gut tut.
00:04:26: und tatsächlich hilft es auf mir nach wie vor, darüber zu sprechen.
00:04:30: Und für dieses wichtige Thema einzustehen.
00:04:33: also das tut mir auch persönlich sehr sehr gut immer wieder.
00:04:36: Ja ganz großartig!
00:04:38: Und genauso großartige Leonie die Arbeit die du machst.
00:04:40: Du bist im gleichen Team.
00:04:41: Wie bist du damals zum Natalie gekommen?
00:04:44: Genau ich bin ja eher sozusagen über fachliches Interesse gekommen.
00:04:48: Also seit zwei tausend sechzehn sind so Suchterkrankungen irgendwie mein Interessens- und Behandlungsschwerpunkt.
00:04:53: Damals in der Suchtklinik Und dann bin ich Natalie in den sozialen Medien gefolgt, fand so ihren Ansatz total gut.
00:05:01: Weil er sich schon unterscheidet von dem was sich bisher im psychotherapeutischen Kontext gehört hat natürlich einerseits durch ihre eigene Geschichte mit der sie da genauso wie Alexandra und viele andere ganz offen umgeht und dadurch ein Riesenvorbild ist für ganz viele Menschen.
00:05:19: Ja, sie hat also Natalie und ihr Programme haben einfach auch so eine ganz warme positive zuversichtliche Art auf Suchtererkrankungen zu blicken.
00:05:27: Was in anderen Kontexten nicht unbedingt der Schwerpunkt ist.
00:05:33: Da sieht man eben die Erkrankung und man schaut natürlich auch wie man helfen kann diese Erkrankung zu behandeln.
00:05:39: aber... Genau, also diese Zuversicht von Natalie und dieser positive Blick darauf.
00:05:45: Der hat mich total begeistert.
00:05:46: Und dann hat sie in den Jahren zwanzig eine Suchterarbeit für ihr Team gesucht.
00:05:50: Und da habe ich mich beworben und so kam es dann dazu dass ich jetzt auch schon seit drei Jahren Teil vom Team bin.
00:05:56: ja
00:05:57: Ja sehr cool!
00:05:58: Und genau das was du sagst ist mir auch aufgefallen.
00:06:01: Ich hab' mich natürlich ein kleines bisschen mit dem Programm von Natalie beschäftigt.
00:06:04: Also es geht ja vor allem primär darum Was man durch Alkoholverzicht gewinnt nicht das was man verliert ne?
00:06:08: Und
00:06:11: das ist ein ganz, ganz entscheidender Punkt.
00:06:14: Weil viele Menschen denken jetzt muss ich verzichten ja?
00:06:16: Jetzt muss ich sozusagen etwas ganz Wertvolles loslassen und merken dann im besten Fall so geht es vielen.
00:06:24: wow was gewinne ich alles zurück.
00:06:27: Ja, also schön dass ihr beide da seid.
00:06:29: Schön das ihr beide gesagt habt Ihr unterstützt dieses Projekt hier auch mit Dass man als Kleinen einschubt.
00:06:34: Das ist eine Frage die ich eigentlich allen Gästen stelle weil Ich ja Hier nicht aus Jux und Tollerei liege Sondern das hat mit dem Bett ja auch einen gewissen Hintergrund.
00:06:41: Es geht ja um die Erkrankungen ME-CFS.
00:06:43: Deswegen einmal ganz kurz vorher an euch Die frage bevor wir ein bisschen tiefer in die Thematik von heute Von dieser Podcastfolge Einsteigen.
00:06:49: Habt ihr in irgendeinem Kontext schon mal Berührung zur ME CFS gehabt?
00:06:56: Also ich muss tatsächlich sagen, dass ich wenig vertraut bin mit dem Thema Leider wobei mir auffällt.
00:07:01: Ich weiß nicht ob so ein Algorithmus ist der es mir jetzt immer wieder reinspielt oder auch die Sichtbarkeit größer wird aber man hört Jetzt immer mehr darüber weil vielleicht auch Menschen wie du zum Beispiel sich da auch trauen das ist eine parallele offen damit umzugehen und darüber aufzuklären.
00:07:17: Aber ich denke auch dass es dann noch viel viel mehr Aufklärungsarbeit braucht weil tatsächlich Ja, auch so im fachlichen Kontext.
00:07:25: Ich damit bisher wenig Berührungspunkte zum Beispiel hatte.
00:07:28: Wie war's bei dir Alexandra?
00:07:29: Genauso!
00:07:30: Also tatsächlich habe ich vor vielen Jahren mal selber gegoogelt ob ich das haben könnte weil ich immer so müde und erschöpft war.
00:07:37: Und ich hab es nicht.
00:07:40: aber in dem also zu dieser Zeit habe ich dann halt ein bisschen darüber gelesen und dachte ach wie krass was ist.
00:07:45: alles gibt für Symptome und für Krankheiten, von denen ich vorher noch nie gehört hatte.
00:07:52: Also da habe ich quasi theoretisch davon erfahren und darüber gelesen aber ich hab noch niemanden mit jemandem sprechen können der tatsächlich betroffen ist.
00:08:04: Ja toll, dass ihr euch damit beschäftigt und die Öffentlichkeitsarbeit ist ja somit das Allerwichtigste.
00:08:08: Und was ja auch Gegenstand der Forschung ist.
00:08:10: insofern weiß ich nicht gerade Leonie bei dir als Suchtherapeutin ob dir das vielleicht noch über den Weg läuft.
00:08:14: es kann ja ausgelöst werden durch jedes körperliche Trauma.
00:08:17: im Grunde genommen also setzt grade immer mehr und so ein bisschen im Fokus durch die Pandemie weil sich einfach ganz viele Menschen mit einem Virus infiziert haben.
00:08:24: aber es kann auch durch Bakterien, Boreliose zum Beispiel ausgelösst werden oder durch jedes andere körperlichen Trauma und da kann Alkohol könnte ich mir vorstellen auch eine Rolle spielen.
00:08:34: Ja, kann tatsächlich so sein.
00:08:37: Also könnte es sein, dass dir das auch noch über den Weg läuft?
00:08:40: Deswegen find ich's gut, dass ihr euch damit beschäftigt.
00:08:43: Dann kommen wir mal zum Thema!
00:08:44: Wenn man sich intensiver mit Alkohol beschäftigt und ich meine, das kennt wirklich jeder.
00:08:49: Jeder der von uns mal Alkohl im Leben getrunken hat festgestellt, das ist ja fast wie eine Art gesellschaftliches Grundrauschen.
00:08:55: Es ist immer da, es ist überall, es is eigentlich überhaupt kein Problem.
00:08:59: Es is wahnsinnig akzeptiert Grad die Zahlen gehört, das ist das eine.
00:09:05: Aber es geht ja auch um Existenzen und Familien oder Beziehungen.
00:09:09: Es ist Wahnsinn was da alles dran hängen kann.
00:09:12: Ein Stoff der so wahnsinnig gefährlich sein kann.
00:09:15: Vielleicht fangen wir noch mal mit dir an Leonie aus deiner Erfahrung als Therapeuten.
00:09:20: Wie kommt diese Diskrepanz zustande?
00:09:21: Dass wir einerseits wissen was es Schlimmes auslösen können auf der anderen Seite ist aber einfach so akzeptiert ist immer noch gesellschaftlich.
00:09:28: Ja, das ist ja genau ein Problem was das ganze Thema auch so schwierig macht.
00:09:31: Also Alkohol hat in unserer Gesellschaft eine enorme Bandbereite von total normalen Glas Wein am Abend und Anstoßen bei Feiern also... Das ist so spannend weil Bei anderen Drogen ist das nicht so.
00:09:42: Man würde jetzt nicht bei einer Familie Feier auf die Idee kommen, jetzt ziehen wir alle mal an einem Joint oder nehmen Kokain zu uns und bei Alkohol ist es total normal.
00:09:52: Ich erinnere mich noch an meine eigene Konformation.
00:09:54: Da hieß es ... da war ich vierzehn.
00:09:56: Jetzt darfst du ein Glas Sekt mittrinken!
00:09:58: Als wäre das jetzt ganz großartig, dass sich das jetzt mal dürfte.
00:10:03: Und das ist eben bei anderen Drogenden nicht so... diese gesellschaftliche Akzeptanz, dieses gesellschaftlichen Normal was es beim Alkohol gibt.
00:10:12: Das macht's eben auch so schwer sich einzugestehen vielleicht ein Problem damit zu haben.
00:10:16: ja weil irgendwie alle anderen um einen Arom trinken halt auch Alkohl und gleichzeitig wie du schon gesagt hast zeigen die Zahlen dass man daran einfach verstärben kann und das das überhaupt keine harmlose Substanz ist die man dazu sich nimmt.
00:10:31: genau also wie du sagst is in der enorme Bandbreite dieses ganze Thema einfach auch schwierig macht.
00:10:36: Ja und wenn man dann Alkohol krank wird, Alexander das wirst du aus deiner eigenen Erfahrung ja auch kennen ist das eben auch das was Leoni gerade gesagt hat?
00:10:44: Einfach wahrscheinlich mit einer der Gründe warum er so schnell da reinschlittert.
00:10:46: ne ich weiß nicht wie war's bei dir?
00:10:49: Genau also Alkuhl war schon immer da hat immer dazugehört.
00:10:54: es war völlig normal dass zu Hause etwas getrunken wurde gar nicht bald in Übermengen aber es war halt Alkohl da Und ich weiß noch, dass ich ewig nicht drauf gekommen bin.
00:11:04: Dass Alkohol irgendein spezielles Genuss oder Suchtmittel sein könnte – das war für mich ein Lebensmittel!
00:11:09: Das war ein Getränk, was einfach da war und ich habe sehr schnell leider die positive Wirkung gemerkt.
00:11:17: Ich hab Alkore gut vertragen,
00:11:19: d.h.,
00:11:19: ich musste nicht viel leiden und war aber wenn ich Alkool getrunken habe immer viel lockerer und offener Und so hat sich das dann eingeschlichen.
00:11:27: Ich fand das Wort Bandbreite eben ganz wichtig, viele Menschen denken es gibt den Genusttrinker die Genustrinkerin und auf der anderen Seite den schweren Alkoholiker-Alkoholicerinnen und die ganze Grauzone wird ausgeblendet.
00:11:39: Und so ist es halt nicht.
00:11:40: Du wirst ja nicht von heute auf morgen abhängig und ich hab einfach jahrelang getrunken, und am Anfang habe ich nur in Anfotoszenen einmal die Woche getrunkt und dann war's vielleicht schon zweimal.
00:11:50: Dann war das im ersten Job nach dem Feierabend mal was und so schleichte sich ein und man bemerkte es gar nicht.
00:11:58: Ich bin sicher weil es bei mir so war und auch ganz vielen anderen mit denen ich gesprochen habe dass es deswegen so schwer ist davon wieder wegzukommen Weil man es sich gar nicht vorstellen kann, dass das jetzt wirklich der Grund ist.
00:12:12: Weil es so normal ist.
00:12:13: also sämtliche Krankheiten oder schlechte Stimmungen werden oft durch andere Dinge beschrieben und erst ganz zum Schluss wird vielleicht mal geguckt ob Alkohol verantwortlich sein könnte.
00:12:23: erstmal kommen alle anderen Dinger warum's einem schlecht geht weil man sich das überhaupt nicht vorstellen Kann dass der Alkohl das auslöst weil man auch nicht darauf verzichten will weil wie eben schon gesagt Man angst hat Es wird einem etwas weggenommen Es wird einem Lebensqualität weggenommen, das ist eine der größten Ängste.
00:12:41: Bei mir gewesen und bei vielen anderen mit denen ich gesprochen habe
00:12:45: Ja, ist ja oft so im Leben.
00:12:46: Irgendwie noch bei anderen Problemen, sage ich mal, kennt man vielleicht auch aus der Psychotherapie da gibt es einen schlauen Satz, dass das loslassen oft nicht das Problem des Loslassens ist sondern dessen Neugreifend, also das bedeutet... Ich gucke, dass sich irgendwo in dem Leben dann den Alkohol irgendwie ersetzen muss und das ist für viele natürlich sehr viel komplizierter.
00:13:05: Das wirst du als Therapeuten Leoni noch besser beurteilen können.
00:13:09: aber ich glaube, das ist auch so ein Thema, dass die Leute einfach diesen Verlust spüren bei Alkohl Und dann einfach sagen ja, oder vielleicht ist es auch so dass ich einfach irgendwas das man sich auf Alkohol fokussiert hat.
00:13:20: Dass man gar nicht weiß was man anderes vielleicht machen könnte stattdessen was einem ein ähnliches Gefühl gibt.
00:13:25: Ja und das Problem ist ja auch wenn der Alkobilkonsum plötzlich wegfällt ploppen so Themen auf die man sonst vielleicht gar nicht auf den Schirm hat weil Alkohl natürlich auch ein Mittel zur Verdrängung sein kann also Gefühle abzudämpfen oder ähnliches und plötzlich auch das Thema Zugehörigkeit.
00:13:45: Man merkt dann so mit den Freunden, mit denen ich mich sonst vielleicht auf ein Sekt oder so amtsgetrunken habe, mit dem kann ich jetzt gar nicht mehr so viel anfangen oder zumindest entsteht da ja eine Diskrepanz?
00:13:53: Ja was mache ich denn dann?
00:13:54: oder wie nehmen die das auch auf meine Entscheidung
00:13:56: usw.?
00:13:57: Also da ploppen ganz viele Themen auf und die nüchtern betrachtet erst mal schwer sein können.
00:14:02: und deswegen... haben viele am Anfang aus so das Gefühl, oh es ist irgendwie jetzt gerade erstmal nicht besser sondern erst mal schwerer.
00:14:10: Ja weil ich mich plötzlich Themen stellen muss die ich mehr oder weniger gut verdrängt habe über eine relativ lange Zeit und das erfordert viel... Mut und Ehrlichkeit auch sich selbst gegenüber, sich dann diesen Themen zu stellen.
00:14:22: Aber es lohnt sich eben auf lange Sicht.
00:14:24: also langfristig wird dann ganz häufig der Gewinn deutlich.
00:14:29: Ja vor allem weil das ja vielleicht auch oft die Themen sind die überhaupt erst dazu geführt haben dass ich in diesem Teufelskreis reingerutscht bin oder?
00:14:36: Ja oft oft geht's zumindest am Ende wenn wir jetzt wirklich von einem manifestierten Alkoholproblem ausgehen Weniger darum dass das jetzt besonders toll schmeckt sondern häufig ist es dann so dass der alkohol irgendeine Art von Funktion oder mehrere Funktionen auch einnimmt.
00:14:52: Also sowas wie, ich kann dann besser schlafen berichten ja viele.
00:14:58: Aber das sind ja nur Scheinfunktionen weil eigentlich kann man mit einem Alkoholkonsum natürlich nicht unbedingt besser schlapen aber gerade auch so das Thema Gefühtregulation später häufig eine große Rolle.
00:15:09: Ja, es ist auf jeden Fall ein Werkzeug oder ein falsches Werkzeug wahrscheinlich für ganz viele Situationen.
00:15:15: Und ich glaube zum Thema sich nochmal bewusst zu machen ob ich jetzt ein Problem habe oder nicht gehört ja auch mit zur Wahrheit dass wenn wir an Alkohol-Kranke oder einen Alkohlproblem denken ganz viele Leute wahrscheinlich ganz offen total extremes Bild im Kopf haben von jemandem der wirklich den ganzen Tag vielleicht trinkt irgendwie und in der Ecke hängt oder sein Alltag überhaupt nicht mehr auf die Reihe bekommt.
00:15:36: Aber das stimmt ja überhaupt nicht.
00:15:38: Das fängt oft sehr, sehr schleichend an und wird dann über die Zeit immer mehr.
00:15:42: Alexandra wie war es bei dir?
00:15:44: Gab's bei dir diesen einen Moment in dem du gemerkt hast so ich habe da ein Problem oder kam das auch so schleichen?
00:15:50: Das kam aufschleichend und das ist genauso wie du sagst, dass es in fast allen Fällen so, dass man noch hervorragend funktioniert.
00:15:57: Also das beste Beispiel dafür ist eigentlich ein Bild von mir nachdem ich nach einem zehn-Stunden-Tag in meinem schicken Hosenanzug aus dem Büro bin in die Joggingklamotten rein noch eine Runde joggen war.
00:16:09: Wohlgemerkt...das war so absurd!
00:16:11: Die Zigarettenpackung schon in der Hand Mit einem zwanzig Euro Schein drin, um nach dem Joggen in den Biergarten zu gehen als Belohnung.
00:16:19: Weil jetzt hatte ich ja hart gearbeitet und ich habe auch noch Sport gemacht.
00:16:23: Jetzt kann ich was trinken!
00:16:24: Und das ist bei so vielen Menschen so dass man denen das weder ansieht, noch dass die keinen Erfolg hätten.
00:16:32: ganz im Gegenteil.
00:16:33: es sind oft sehr disziplinierte erfolgreiche Leute also egal auf welchem Level gar nicht nur beruflich dass sie ihre Familie managen war's auch immer Die funktionieren hervorragend und niemand sieht das.
00:16:49: Leon, ich glaube es gibt sogar ... Das weißt du besser?
00:16:52: Gibt's da für dich sogar ein Fachbericht wie High Functional Alkoholik oder so was?
00:16:56: Genau!
00:16:56: Also so kann man es auf jeden Fall nennen und das ist ja auch so dass der Körper fortlaufend Anpassungsprozesse aktiviert um das Ungleichgewicht Wasseralkohol verursacht wieder auszugleichen.
00:17:07: also er kämpft ja richtig dagegen an und deswegen ist es genauso wie Alexander sagt man sehr, sehr lange noch funktioniert und dadurch natürlich auch diese Idee oder dieses Problembewusstsein häufig erst teilweise nach Jahren erfolgt.
00:17:23: Wenn dann vielleicht doch irgendwas körperlich gefunden wird oder was auch immer.
00:17:29: Das ist auch eine der wichtigsten Erkenntnisse.
00:17:31: danke dass du das nochmal so sagst Leonie weil so viele sich im falschen Glauben wiegen.
00:17:36: das habe ich auch ganz oft zu mir gesagt.
00:17:38: naja Es läuft doch alles noch.
00:17:40: Ich kann ja gar kein Problem haben, also so schlimm kann es doch nicht sein.
00:17:44: Probleme haben eigentlich nur die anderen.
00:17:47: da wird das anders aussehen.
00:17:49: Ja, mich betrifft das nicht.
00:17:50: Es ist ja oft so bei Problemen dann so und mit mir kann sowas nicht passieren.
00:17:54: Aber was du gerade sachtest Alexandra?
00:17:56: Das Beispiel jetzt mit dem Joggen- und Schachtelzigaretten und das Geld für den Alkohol schon für den Biergarten mit dabei war das dieser Moment der dich auf den Trichter gebracht hat im wahrsten Sinne des Wortes?
00:18:05: oder gab es diesen speziellen Moment nicht oder war's vielleicht sogar etwas anderes?
00:18:09: Es war was anderes!
00:18:10: Das waren eher die Momente, die ich lustig gefunden habe weil ich nicht gemerkt hab wie traurig es eigentlich is'.
00:18:18: Es waren viele Momente, die sich gehäuft haben.
00:18:21: Es ist dann passiert, wenn ich Dinge nicht eingehalten habe, die ich versprochen hab, weil ich verkartet war.
00:18:26: Es waren peinliche Nachrichten, die Ich verschickt habe, wenn Ich betrunken war.
00:18:31: Beleidigungen, die mich ausgesprochen hat bei Leuten, die mir wichtig sind und die ich liebe, die gesagt habe, als ich bedrunken war Am nächsten Tag, dass ich geguckt habe.
00:18:42: wo sind meine Sachen?
00:18:43: Dass sich was verloren hatte.
00:18:44: Dass ich gestürzt war und mich oder mich fragte warum tut mein Bein so weh?
00:18:47: Warum ist mein blauer Fleck?
00:18:48: Ach ja da war etwas.
00:18:49: du bist die Treppe runter gefallen.
00:18:51: Das sind die Sachen die mir Angst gemacht haben aber nie genug um aufzuhören weil natürlich war in meinem Gehirn die logische Konsequenz Du musst halt lernen weniger zu trinken!
00:19:01: Du musst es kontrollieren.
00:19:03: das soll dir aber nicht nochmal passieren Was natürlich Spoiler nie funktioniert hat.
00:19:08: Also vielleicht mal ein Glücksfall, dann hat es geklappt.
00:19:11: Dann war wieder Assiste?
00:19:12: Du kannst das doch nächstes Mal wieder abstürzen!
00:19:17: Ja, ich hab... Das kann ich an der Stelle beisteuern.
00:19:19: Auch da Alexandra, wir haben uns kurz im Vorfeld schon unterhalten.
00:19:23: Ich habe glaube ich so einen ganz klassischen Moment gehabt.
00:19:25: also ich mach mich jetzt hier auch mal ein kleines bisschen nackig und nachdem ich mich ja jetzt sehr intensiv mit dem Thema beschäftigt habe würde ich von mir behaupten also bevor mein Erkrankungen eine ganze Zeit lang schon auch nen kritischem Konsum zumindest gehabt zu haben.
00:19:38: Und ich habe es so ein bisschen überlegt wie das bei mir alles war und ich hatte tatsächlich ab und an Momente.
00:19:42: Also ich hab dann wenn danach der Arbeitabend, ich habe die Nachmittagssendung habe dann auf dem Weg nach Hause mir öfter mal was geholt und hab's nur dann zuhause auf der Couch gemütlich gemacht.
00:19:51: Also ich hab zum Beispiel nie tagsüber Alkohol getrunken oder so, aber nach der Arbeit irgendwie schon regelmäßig.
00:19:56: Und ich hatte mal einen Moment wo ich am Supermarkt vorbeigefahren bin und gedacht habe ne da kaufe ich jetzt das Bier oder den Rum heute Abend nicht weil da habe ich vorgestern schon etwas gekauft Das wäre mich jetzt unangenehm und bin dann zu einem anderen Laden gefahren.
00:20:12: auch wahrscheinlich ein ganz berühmtes Beispiel, dass das vielen so geht.
00:20:15: Oder dass das so einen Alarmsignal ist was mehrere Leute kennen oder?
00:20:19: Auf jeden Fall also erst mal danke für deine Offenheit an der Stelle auch Es ist ja so'n bisschen das Schamthema ne Was ganz ganz häufig eine Rolle spielt Also sich selbst wie von außen zu beobachten.
00:20:31: und dieses Beispiel oder Wie denken die Leute jetzt über mich wenn ich da wieder etwas hole könnten sie mich da schon kritisch beeugen.
00:20:40: Aber gerade eben Scham und Schuldgefühle machen es auch so schwer, damit auf den Umzug zu gehen.
00:20:47: Und sind aber häufig schon ein Signal von ... sagen wir mal zumindest einen erhöhten Alkoholkonsum.
00:20:55: Also das ist gar nicht selten.
00:20:57: Ja ich hab in dem Moment gedacht jetzt im Rückblick alles eine Retrospektiv betrachtet da ging's dann halt nicht mehr um Genuss sondern um Verstecken.
00:21:05: Da habe ich so gedacht dass kann mit Sicherheit nicht gesund sein.
00:21:08: Mhm ja also auch psychisch spielt das ja dann eine Rolle.
00:21:12: Also wenn du das Gefühl hast, ich tue was, was sich vor anderem verstecken muss, dann verinnerst du dich auch vielleicht in der Beziehung zu anderen Menschen oder ziehst dich mal zurück oder machst bestimmte Dinge anders und dann geht es ja schon über den Alkoholkonsum hinaus.
00:21:26: also merkt man ja schon wie sehr er dann auch zum Beispiel vielleicht in soziale Beziehungen oder in des Alltagsgeschehen eingreift.
00:21:35: Du hast gerade, glaube ich mit Scham einen ganz wichtigen Begriff genannt.
00:21:38: Alexander, wie war das denn bei dir?
00:21:39: Du hast jetzt gesprochen auch von Dingen die du gesagt hast, die dir im Nachhinein Leid getan haben oder auch von Verletzungen sogar gesprochen.
00:21:45: mal tat ihr das Bein weh oder so.
00:21:48: Bist du von anderen Menschen eigentlich aus deinem Umfeld mal drauf angesprochen worden oder ist das nie passiert?
00:21:53: Verrückterweise kaum!
00:21:56: Also der Einzige der mich angesprochen hat, mit dem ich auch darüber gesprochen habe, ist mein Mann, der das ja alles miterlebt hat.
00:22:02: Und ansonsten habe ich es wirklich geschafft, faszinierend das aufrechtzuerhalten.
00:22:07: Dass da auch wirklich keiner gedacht hätte, dass ich ein Problem hab bis vielleicht auf zwei drei Freundinnen die immer mit mir getrunken haben und wir im Spaß gesagt haben doch alle ein Problem.
00:22:14: Ha ha hoch die Tassen!
00:22:15: Darauf trinken wir so.
00:22:17: man gönnt sich ja sonst nichts in der Art.
00:22:20: Mein Mann hat mich angesprochen und wir haben dann auch überlegt was tun wir?
00:22:26: Ist gut, dass wir gerade noch mal drüber sprechen.
00:22:28: Weil ich im Nachhinein immer denke wie absurd ist das mit Alkohol aufzuhören?
00:22:32: Ist auch er nie draufgekommen!
00:22:34: Weil es einfach so normal ist.
00:22:36: Er sagte komm' wir kontrollieren das jetzt.
00:22:38: Wir trinken jetzt weniger.
00:22:39: Wir holen jetzt nur noch vor allem nur noch zwei Flaschen Wein für uns beiden für einen Abend.
00:22:44: aber in Zweifel habe ich halt zu schlimmsten Zeit drei Flasche alleine getrunken und hab auch was leider viele Menschen... tun, weil sie nicht anders können angefangen zu lügen oder zu trixen.
00:22:58: Mein Mann sagte dann als quasi das ausgetrunken war so jetzt gehen wir schlafen und bis hin dafür habe ich mich einfach so geschämt.
00:23:06: Ich hab das inzwischen verarbeitet, weil ich weiß ich war nicht Schuld aber es war so schlimm dass sich gesagt ich habe mich mit ihm hingelegt hat mich wach gehalten bis ich gehört habe erst eingeschlafen bin wieder aufgestanden habe mehr getrunken und habe Wasser nachgefüllt uns am nächsten Tag quasi dann irgendwann ausgetauscht.
00:23:23: also was für ein logistischer Aufwand.
00:23:25: und was für eine Lügerei.
00:23:28: Und das war aber für mich okay in Anführungszeichen, weil ich musste das tun – es ging nicht anders!
00:23:35: Ich habe dann teilweise auch später wieder gebeichtet, hab ganz furchtbar geweint, weil sich mich natürlich geschämt haben vorhin.
00:23:41: mein Mann war ganz hilfreich und sagt ja, was machen wir denn?
00:23:43: Ich kann dich ja nicht ins Bett zwingen und niemals kam der Gedanke, da musst du heute aufhören zu trinken.
00:23:50: Nie!
00:23:51: Weil es so fest in unseren Köpfen verankert ist, dass das doch kontrolliert funktionieren muss.
00:23:56: Und ich glaube, das ist bei ganz vielen Menschen ein Riesenproblem.
00:24:00: Ja krass!
00:24:01: Wie kreativ manche werden oder wie du schon gesagt hast was das für einen logistischer Aufwand ist aber noch ein ganz wichtiger Begriff gerade gefallen.
00:24:08: also einmal Scham und dann der Begriff Schuld ja irgendwie auch dabei der eine ganz große Rolle spielt.
00:24:16: Was hast du da diese Schuld bewusst wahrgenommen?
00:24:19: oder war das so unterschwellig?
00:24:21: Mal so, mal so.
00:24:23: Es gibt ja Schuld die einfach so grundsätzlich im Inneren gefühlt da ist.
00:24:28: Natalie hat das als wie eine dunkle Wolke, die ständig über einem Schleb beschrieben.
00:24:33: Das war immer ein Gemisch aus Schuld, Charme und einer gewissen Melancholie.
00:24:39: Das war auch wenn ich nicht betrunken war, weil ich einfach dauerhaft Alkohol zu mir genommen habe.
00:24:44: Dadurch verändert sich halt das Gehirn und auch die Gefühle und der Charakter.
00:24:52: deutlich zu spüren war, war so die Direktschuld.
00:24:54: Beispiel Freitagabend total betrucken.
00:24:57: Samstags wollte ich was Schönes mit meinem Sohn und meinem Mann unternehmen ging aber nicht weil ich so fertig war dass er dann alleine etwas machen musste Und dann war das natürlich so eine direkte Schuld.
00:25:07: Weil ich jetzt getrunken habe ist der Tag ruiniert.
00:25:11: Ja Das wollte ich noch gefragt haben.
00:25:12: du warst zu dem Zeitpunkt also schon Mutter.
00:25:14: ja Ich war schon Mutter bis mein Sohn fast der anderthalb war.
00:25:21: Da stelle ich mir so vor, als bin selber Vater einer dreijährigen Tochter und ich habe natürlich jetzt durch die Erkrankung selber seit Jahren keinen Tropfen getrunken irgendwie.
00:25:28: Aber das stelle mich vor, dass ist doch auch was, was einen innerlich zerreißt oder?
00:25:32: Ja!
00:25:33: Und ähm... Das ist auch mit, wo ich quasi noch am meisten gemerkt hab wie problematisch es wirklich ist weil ich wage zu behaupten, dass keine Mutter ihrem Kind mit Absicht schaden würde, keine.
00:25:48: aber dieser Entschuldige, Scheißstoff bringt einen dazu die Verantwortung fallen zu lassen.
00:25:55: Ich hatte Glück es ist halt nie was passiert.
00:25:57: ich hab mich auch nicht betrunken wenn ich ganz alleine mit dem Kind war.
00:26:00: da habe ich halt gar nicht erst angefangen weil ich irgendwie innerlich wusste ja vielleicht kannst du sich bremsen aber wenn mein Mann da war gab's halt keinen halten und Es war einfach ein glück dass ich nicht irgendwie das kind hochgenommen habe und damit gestolpert bin oder so.
00:26:14: und Ja
00:26:15: ich verstehe es im langen ich kann es nicht fassen Aber es war so.
00:26:20: Es war so, weil ich es nicht verändern konnte.
00:26:23: Ich wollte gerade sagen da sind wir dann schon auf der entsprechenden Ebene dass das mit mit Rationalität und mit Wille einfach überhaupt nichts zu tun hat.
00:26:31: Und das Thema Schuld ist ja auch was was glaube ich gesellschaftlich Leonid zu dieser Stigmatisierung ja auch beiträgt von Alkoholiker innen so grundsätzlich Weil er die Leute offenbar immer noch davon ausgehen Dass es etwas mit purem Willen zu tun haben aber es ist halt einfach eine Erkrankung
00:26:48: Total.
00:26:49: Auch wenn sich dann in den letzten Jahren viel getan hat, ist eine Alkoholabhängigkeit immer noch viel stigmatisierter als zum Beispiel andere psychische Erkrankungen.
00:26:56: Also sogar auf Platz eins kann man eigentlich sagen und ich finde das Thema aber nochmal so wichtig weil es zeigt halt also dass was Alexander auch gerade beschrieben hat wie fies auch so eine Sucht ist ja.
00:27:08: Es entscheidet sich ja niemand dafür süchtig zu werden sondern es ist so dass man jetzt mal ganz grob erklärt irgendwie ne Veranlagung dazu hat gesellschaftliche Akzeptanz, eine Gewohnheit streicht sich ein und dann hat der Stoff einfach einen sehr starken schnellen sofortigen Effekt im Gehirn.
00:27:26: Ja?
00:27:26: Und macht irgendwas kurzfristig positiv also meinetwegen sich entspannen können oder besser schlafen können und durch ne Toleranzentwicklung wird dann ja auch die Menge an Alkohol, die man dafür braucht dass dieser Effekt eintritt immer höher.
00:27:42: und Dann kommt es eben wirklich dazu das man.
00:27:44: wieso das geführt?
00:27:44: ich bin so wie zwei Persönlichkeiten eine das total scheiße findet, was ich da mache.
00:27:49: Die unbedingt auffallen will und denkt, was bist du überhaupt für eine komische Person?
00:27:54: Und die andere, die denkt ... Ich kann aber nicht anders!
00:27:58: Was eben viele berichten ist, sich wirklich wie so fremdgesteuert zu fühlen.
00:28:02: Also das Gefühl zu haben, ich trinke schon wieder, obwohl ihr es doch nicht will.
00:28:05: Deswegen hilft's auch nicht mit Rationalität daran zu gehen und sich zu sagen, ich will nicht, ich'll nicht, sondern wirklich Gewohnheiten zu verändern.
00:28:15: Man muss wirklich ... an Themen arbeiten und Gewohnheiten verändern, damit man diese Sucht überwinden kann.
00:28:24: Sind manche Menschen anfälliger als andere?
00:28:28: Ja, also tatsächlich... Es gibt jetzt kein Suchtgehen was vererbt wird.
00:28:31: Aber was weitervererbt ist sozusagen wie gut ich den Stoff vertrage?
00:28:35: Und wenn man so ein bisschen das Pech hat und einen Stoff gut verträgt, ist natürlich die Wahrscheinlichkeit höher als bei mir.
00:28:42: Mir wird ganz schnell übeln, wenn ich Alkohol trinke.
00:28:44: Das heißt es war noch nie so richtig attraktiv.
00:28:47: Und das hatte Alexander ja auch berichtet Wenn sie das gut verträge dann sind natürlich die positiven Effekte erst mal präsenter wenn man jetzt gar kein Karte hat.
00:28:58: Genau, und das zum einen und zum anderen natürlich auch so ein bisschen wie es nicht nur gesellschaftlich aber auch familiär vielleicht in Anführungszeichen vorgelegt wird.
00:29:07: also da kann man schon von der erhöhten Anfälligkeit sprechen.
00:29:11: ja
00:29:11: Okay, also es bedeutet wenn ich sage jetzt mal bestimmtes Umfeld habe dann eben diese biochemische Komponente oder so.
00:29:19: Also man kann schon sagen doch dass es Menschen gibt die ein Stück weit anfälliger darauf sind als andere weil das ja auch spannend in der Bewertung des Ganzen für dich als Therapeutin?
00:29:27: Ja absolut!
00:29:29: In der
00:29:29: Genese von Sondererkrankungen
00:29:31: Genau.
00:29:32: Und ein ganz wichtiger Prozess ist auch, dass es viele Menschen wichtig zu verstehen, warum bin ich abhängig geworden?
00:29:38: Warum nicht die vielen anderen um mich herum, die ja trinken?
00:29:43: und über dieses Verstehen eine wohlwollende Haltung vielleicht zu entwickeln und nicht zu sagen, boah, ist das grausam, dass ich hier so abhängigt geworden bin, sondern zu verstehen ... Aber okay!
00:29:54: Aus denen und den Gründen, die zusammengekommen sind hat sich die Sucht entwickelt.
00:30:01: Leonie, Pascal darf ich ganz schnell was dazwischen fragen?
00:30:04: Unbedingt.
00:30:04: Weil es so vielleicht interessiert ist auch einige Leute.
00:30:07: das finde ich immer so schwer zu beantworten insbesondere wenn man kurz und knapp antworten will.
00:30:12: ist genau das was du gerade gesagt hast du dieses naja?
00:30:14: Wenn doch Alkohol abhängig macht dann müssten wir alle Alkooliker sein sind wir aber nicht.
00:30:18: Ich versuche dann auch zu erklären dass sich aus vielen Komponenten zusammensetzt Aber... ...ich habe doch das Gefühl Vielleicht ist das noch eine alte Rest Schuld und Scham sagt Ja, stimmt schon.
00:30:31: War ich einfach zu schwach?
00:30:33: Die anderen werden ja auch nicht alle Alkoholiker.
00:30:36: Könntest du dazu noch mal was sagen?
00:30:39: Du hast ja gerade schon gestartet...
00:30:45: Also mit Schwäche hat das gar nichts zu tun!
00:30:47: Es ist tatsächlich wirklich ein Zusammenspiel aus einer genetischen Veranlagung und dann spielen natürlich auch Persönlichkeitsfaktoren mit rein.
00:30:58: aber so wie der eine vielleicht mehr anfällig ist, eine Sucht zu entwickeln.
00:31:02: So ist es der andere Mehr für ne Angsterkrankung oder für ne depressive Erkrankung.
00:31:05: Oder kann ich so gut mit Stress umgehen?
00:31:06: Also ... Ich find das muss unbedingt aufhören, das so zu gewerten und das als Willensschelche zu sehen.
00:31:13: Sondern es ist einfach ein Zusammenspiel aus verschiedenen Faktoren.
00:31:16: Ich hab schon gesagt, niemand entscheidet sich für Ne Sucht.
00:31:19: Also von daher ja...
00:31:24: Ja danke dir!
00:31:25: Gerade genau mit den Faktornenrollen.
00:31:28: Ja, ich glaube, dass is unglaublich wichtig bei dem Thema das nochmal so ganz klar zu benennen, weil es einfach ja auch hilft diese Stigmatisierung in der Gesellschaft ein bisschen aufzuheben und sie vielleicht diesem Thema auch einfach noch mal Ein bisschen mehr zu öffnen.
00:31:39: Weil auch du Alexander ja gerade gesagt hast um darauf noch einmal zurückzukommen Der einzige Mensch die einzige Person die dich angesprochen hat auf das thema war dein Mann.
00:31:48: Es wird ja aber nunmal sehr viel mehr Menschen aufgefallen sein könnte ich mir vorstellen Erzählen ihr auch häufig menschen.
00:31:54: hättest du dir gewünscht aus deinem engeren Umfeld dass sich jemand darauf anspricht?
00:31:58: Ja Aber es ist unglaublich schwer und ich kann verstehen, dass das nicht gemacht wurde.
00:32:04: Ich glaube, es waren tatsächlich weniger Menschen die es vermutet haben als ich denken würde.
00:32:08: Zumindest von denen, die halt nicht selber so viel getrunken haben weil da ist ja klar warum sie einen nicht ansprechen.
00:32:13: dann müssten Sie sicher selbst auch ansprechen.
00:32:17: Weil ich weiß natürlich, dass meine Reaktion nicht nett gewesen wäre Und das wissen die Leute glaub' ich auch.
00:32:24: Die haben Angst das zu sagen weil sie sich wahrscheinlich denken, die Person wendet sich ab.
00:32:30: Die will das sowieso nicht hören und in vielen Fällen ist es halt auch so.
00:32:34: Deswegen bewundere ich die Menschen, die es trotzdem ansprechen, denn – und das ist jetzt ein ganz wichtiger Punkt – es bleibt aber im Kopf hängen!
00:32:43: Also auch wenn man erst mal abwehrt und sagt, ach Quatsch, stimmt doch alles nicht, bleibt er beim Kopf?
00:32:49: Oh, da scheint's ja doch jemand gemerkt zu haben.
00:32:51: Du scheinst also dass doch irgendwie nach außen zu spiegeln und vielleicht ist es doch ernster als du denkst, wenn dich schon andere ansprechen.
00:33:01: Denn wenn das keiner tut, ist es ja immer noch so... Es ist ja nicht da!
00:33:05: Also wisst ihr wie ich meine?
00:33:06: Das scheint ja nicht so schlimm zu sein.
00:33:08: also es läuft ja alles.
00:33:10: von daher versuche ich selber anzusprechen weiß aber auch dass es sehr schwierig ist Und am schönsten kann man es eigentlich tatsächlich tun indem man von sich sprecht und sagt mir ist aufgefallen, dass du ganz schön viel trinkst.
00:33:28: Ich habe das Gefühl, es tut dir nicht gut.
00:33:29: Es geht dir nicht so gut, dass man vielleicht so einleitet.
00:33:32: Und es ist viel sanfter als zu sagen, sag mal, willst du dich mal bisschen weniger trinken?
00:33:35: War's ja schon wieder total voll!
00:33:38: Dann is klar, daß man abblockt erstmal...
00:33:42: Ja, mehrere spannende Aspekte drin und das ist natürlich einer der ganz wichtigen Aspechte.
00:33:45: Das hätte ich euch beide gerne nämlich gefragt.
00:33:48: wenn ich jetzt zum Beispiel jemand bin dem das auffällt dass sich in meinem engeren Umfeld jemanden habe der mir wichtig ist den ich wahnsinnig gern habe und die spüre da hat ein Problem.
00:33:57: Ich würde das Thema gerne irgendwie ansprechen.
00:33:59: wird diesen Menschen Wahnsinn nicht gerne irgendwie helfen?
00:34:02: wie mache ich das am besten?
00:34:03: Und was sollte ich vielleicht am Besten gar nicht machen?
00:34:06: oder wie sollte ich es nicht machen?
00:34:08: Also erst mal finde ich es immer gut, wenn jetzt wirklich eine enge Verbindung da ist.
00:34:12: Es ist eine gute Grundlage, weil ich finde die braucht das.
00:34:15: Ich würde nicht irgendeine Mutter aus der Kita mit der ich gar nicht eng in Kontakt bin.
00:34:20: Wenn ich so das Gefühl habe auf einem Kita-Festart, auf ihren Alkoholkonsum ansprechen... also es braucht schon ne Art von Verbindung, ja?
00:34:28: Weil sonst stößt man den Menschen einfach schnell vor dem Kopf
00:34:31: und die öffnen sich dann auch noch viel weniger.
00:34:33: Genau,
00:34:33: genau!
00:34:35: Und dann hat man auch nichts gewonnen.
00:34:38: Aber wenn die Verbindung da ist, gehen wir davon aus.
00:34:40: Dann tatsächlich so Ich-Botschaften zu senden und ich mache mir Sorgen um dich.
00:34:43: Wie geht's dir denn grad?
00:34:44: Magst du mal erzählen?
00:34:44: Also man muss ja auch gar nicht mit dem Thema Alkohol direkt anscheinend sein.
00:34:47: Man kann erst einmal ganz grundlegend sagen, ne?
00:34:49: Ich bin für dich da, wenn du sprechen möchtest und erstmal ein bisschen antiesern und mal gucken ob die Personen von sich aussprechen möchte.
00:34:57: Also ich würde da ganz sanft anfangen und erstmal eine Bereitschaft... Ich bin da, weil du sprechen möchtest signalisieren Genau, weil am Ende es braucht so auch das Gegenüber.
00:35:11: Also wenn man jetzt nur kommt und sagt so und so dass nämlich war aber es kommt überhaupt keine Bereitschaft vielleicht auch darüber sprechen zu wollen dann muss man das finde ich auch erstmal akzeptieren sonst ist es auf schnell Grenze überschreitend.
00:35:25: ja
00:35:27: Ja, ich glaube da können wir uns gesamtgesellschaftlich bei vielen Themen gerade eine Scheibe von abschneiden.
00:35:30: Also von dieser herangehensweise grundsätzlich erstmal aus der Ich-Perspektive zu sprechen und jemandem meine Meinung nicht direkt aufdrücken zu wollen also das kann man wahrscheinlich auf ganz viele Themen irgendwie umlegen.
00:35:41: jetzt hast du grade gesagt wenn ich jemanden nicht gut kenne klar dann verbietet sich das grundsätzliche fast schon wieder hinzugehen und dann irgendwie direkt so ein Thema anzusprechen.
00:35:49: gibt es noch irgendwas worauf man achten sollte was vielleicht nicht so klug oder clever ist womit ich nicht so viel erreiche?
00:35:54: Mit einem direkten Vorwurf
00:35:56: Na generell.
00:35:58: Oder?
00:35:58: Und Schuldgefühlen machen, also das treibt glaube ich eher weg
00:36:03: auf jeden Fall.
00:36:04: Ja okay dann hast du Alexandra solche Situationen ja aber auch nicht gehabt, aber trotzdem ist das Thema bei dir irgendwie aufgekommen.
00:36:10: hat ihr das zwischendurch Angst gemacht eigentlich?
00:36:13: Ja das hat mir oft Angst gemacht insbesondere nachdem quasi die wichtigsten Personen in meinem Leben getreten waren, also mein Mann und mein Kind.
00:36:25: Dass ich irgendwann Angst hatte... Ich denke das war auch der Hauptgrund, dass sich aufhören konnte, dass ich Angst hatte, das zu verlieren.
00:36:35: Also ich hatte nie Angst, dass mir was passieren könnte!
00:36:37: Ich hatte jetzt nicht Angst um meinen Leben, ich hatte eher Angst dass ich all das was wir gemeinsam haben zerstören könnte durch irgendetwas was ich tue.
00:36:45: Und dann fehlte mir allerdings der Lösungsweg.
00:36:47: Denn bei ganz, ganz vielen Menschen scheitert es ja auch daran, dass sie nicht für immer krank sein wollen und sich Nicht-Alkoholikerin nennen wollen.
00:36:59: Ich hatte da Riesenangst vor Dass wenn ich aufhört... Deswegen wollte ich's ja immer kontrolliert schaffen das Wenn ich aufhöre zu trinken ich mein Leben lang diesen Stempel tragen müsste.
00:37:09: Und so hatte ich quasi die eine Seite, dass ich schon davon weg wollte.
00:37:14: Ich wusste aber nicht wie und dann kam halt glücklicherweise Natalie in mein Leben, die den Weg gezeigt hat, wie es gehen kann wo ich hin wollte und diese beiden Komponenten zusammengesehen haben quasi geholfen.
00:37:27: Nicht der eine große Knall sondern viel kleines Leid viele Ängste und dann plötzlich hey!
00:37:32: So könnte's gehen und das versuche ich jetzt mal und dass ich mich nicht für immer krank sein muss.
00:37:37: Ich sage heute nicht, dass ich Alkoholikerin bin oder war.
00:37:42: Ich sag völlig frei.
00:37:43: also nicht um das zu schnell lernen sondern ich sage ich hatte ein starkes Alkohlproblem.
00:37:49: aber wir kommen dann auch ganz oft auf den Begriff ich habe auch mal geraucht!
00:37:52: Ich bin ja heute nicht Nikotinikarin.
00:37:54: Sollte nicht ne Brauch frei?
00:37:57: Und ich möchte nicht die AlkuholikerIn sein sondern jetzt lebe ich gesund.
00:38:02: und ich hatte das Problem
00:38:05: Ja Lebensphase, Teil eines Prozesses.
00:38:08: Ich meine klar das geht natürlich auch immer weiter aber das tut es in anderen Bereichen auch.
00:38:11: Ich glaube auch Leonie gerade ist dann ganz wichtig dieses wir haben vorhin schon mal kurz von Neugreifen gesprochen da eine Perspektive zu haben einfach.
00:38:19: Auf
00:38:20: jeden Fall ja und ich finde es nochmal ganz wichtig was Alexander auch sagt also neben der Stigmatisierung auch diese Selbststigmatisierung so loszulassen.
00:38:27: Und die steckt ja oft drin in diesem Begriff Alkoholikerin oder Alkohlika.
00:38:31: Es gibt Menschen, denen hilft es zu sagen ich bin trockener Alkholiker weil das sie immer wieder dran erinnert auch achtsam zu sein.
00:38:37: aber vielen hilft's eben auch nicht und die fühlen sich dadurch selbst oder werden sie eigentlich dadurch ab und dann wiederzuschauen okay wenn Alkuh jetzt keine Rolle mehr spielt was denn was darf den dann vielleicht Altes wieder in mein Leben eintreten?
00:38:50: also Viele spannenderweise oder total schön beschreiben dann auch, ich entdecke da wieder Hobbys.
00:38:55: Die hab ich ganz lange nicht gemacht.
00:38:57: Ich entdeck wieder das kleine Mädchen in mir was gerne und was immer auf der Bühne steht oder keine Ahnung ... Und auch, was kann ich jetzt Neues machen?
00:39:05: Weil ich diese Energie und die Zuversicht und Lebensfreude habe, die der Alkohol ja total verdrängt oder deutlich reduziert und oft gar keine Energie für irgendwelche Ziele durchlässt.
00:39:17: Ja.
00:39:18: was wahnsinnig wichtig für einen selbst ist.
00:39:20: Bei einem Selbst natürlich das Allerallerwichtigste, ich zum Beispiel gehöre auch zu den Menschen ganz viele Themen in meinem Leben war nie ein Bewusstseinsproblem, sondern ich musste immer ins Fühlen kommen.
00:39:28: Ich glaube dass das bei so Suchterkrankungen, das wirst du Alexandra dann ja gut beurteilen können noch viel wichtiger ist und man aber auch doch spürt, dass sich das Leben einfach für sich selbst verändert, aber auch für die Menschen um einen rum oder?
00:39:41: Also ich meine am Ende des Tages es ist wahrscheinlich nicht nur dieses Biochemische, dass du jetzt die Dinge in deinem Leben viel klarer wahrnimmst und deutlicher als vorher, sondern dass sich einfach wahrscheinlich deine Welt irgendwie komplett verändert hat oder?
00:39:56: Tatsächlich ja.
00:39:57: Also ich musste gerade, wo du grad Gefühle sagst, als Leonie das erzählte danke Leonie für dieses schöne Bild mit dem sich neu entdecken.
00:40:06: Das passt so gut.
00:40:07: Also ich war richtig erfreut innerlich, weil ich mich daran erinnert hab wie ich mich in so vielen Punkten neu entdeckt hatte.
00:40:13: Ich habe ja mit vierzehn und ein halb angefangen zu trinken bis Mitte dreißig das heißt ich habe dann das erste mal irgendwie wieder so nüchtern getanzt oder Dinge erlebt.
00:40:22: Es war so gefühlt das erste Mal seit ich Kind war Und es war teilweise total aufregend und auch total schön.
00:40:31: Was noch ganz wichtig ist finde ich dass es bei vielen Menschen auch sehr viel Geduld braucht.
00:40:38: Es gibt die Glückspilze, die Hörn aufzutrinken und sind direkt ziemlich happy.
00:40:41: Die haben diese bekannte Rosa Wolke.
00:40:44: Aber auch die ist das überhaupt nicht so.
00:40:46: Das ist gar nichts Schlimm.
00:40:47: Den Leuten sag ich immer bitte habt Geduld!
00:40:50: Bei mir hat das lange gedauert.
00:40:51: Wir hatten am Anfang mal das Thema, dass Trinken zum Hobby wird.
00:40:54: Trinken war mein Hobby.
00:40:55: Ich hab den Rest drum herum gemacht.
00:40:58: Klar, ich war mal joggen aber eigentlich ging's ums Trinken danach.
00:41:01: Ich war bei einer Freundin, aber eigentlich wollte ich bei der trinken Und dementsprechend war gefühlt ganz viel weggenommen von mir, als der Alkohol wegfiel.
00:41:10: Ich wusste im Kopf das ist gut aber ich habe es noch nicht gefühelt.
00:41:13: und jetzt zu deiner Frage zurück... viele Dinge Was auch Leonie schon sagte, die Schwierigkeiten und Probleme waren, die man betäubt hatte durch Alkohol.
00:41:24: Das machen heute, glaube ich, Millionen Menschen.
00:41:25: Die haben einen blöden Tag, denken sich sie bewerben sich irgendwann neu aber abends nach dem zweiten Feierabend wie sieht das alles gar nicht mehr so schlimm aus mit dem Job?
00:41:32: Dann halten wir doch besser durch!
00:41:34: Und all diese Probleme, die ich im Leben hatte, haben sich ja dann gezeigt und es war verdammt anstrengend an die alle ran zu gehen.
00:41:41: Aber dann konnte ich das wenigstens tun... ...und jetzt zum Happy End.
00:41:45: nach vielen Monaten und Jahren Ist es halt jetzt klarer denn je und ich kenne mich besser, denn je.
00:41:53: Und das ist so schön und so wichtig!
00:41:57: Also kann ich nur sagen alle die sich das vornehmen, die aufhören möchten Geduld, Geduld... Es lohnt sich so sehr
00:42:05: Total schön, das zu hören.
00:42:06: Also ich freue mich wahnsinnig für dich einmal natürlich auch für deine Familie aber in erster Linie einfach für dich dass du dich jetzt so damit fühlst und da so auch dankbar bist es auch so gut funktioniert hat.
00:42:16: bevor wir aber mal über ein Weg raus aus der Sucht sprechen auch was man da machen kann würde mich nochmal interessieren Jetzt wo sich dein Leben verändert hat frage ich mich immer so weil wir deinen umfeld jetzt schon eins zwei Mal erwähnt haben färbt das auch auf die Leute ab also im positiven Sinne oder ist es so weil du das vorhin auch schon mal kurz an gerissen hast, dass es eben auch Menschen gibt den man eben den Spiegel vorhält und die vielleicht sogar ungehalten darauf reagieren oder dich als Spaßbremse auf Partys bezeichnen oder sonst was.
00:42:44: Wie ist das bei dir?
00:42:46: Es gibt Beides.
00:42:47: also mein Mann trinkt zum Beispiel deutlich weniger.
00:42:49: Das ist sehr schön.
00:42:50: er trinkten noch aber ganz ganz wenig was für mich auch sehr hilfreich und angenehm ist weil ich muss gestehen Ich kann für trunkende Leute jetzt nicht mehr gut ertragen einfach weil man jetzt merkt wie nervig sie sind.
00:43:01: Aber natürlich gibt es auch Bekanntschaften, Freundschaften.
00:43:07: Also die Bekanntchaften haben sich aufgelöst, die eigentlich nur aus Zusammentrinken bestanden.
00:43:11: Wäre auch noch spannend gewesen.
00:43:12: Die haben sich offgelöst weil da war halt nichts außer gemeinsamen Trinken.
00:43:17: Gute Freundschafte haben das... gut überstanden tatsächlich.
00:43:21: Also das hat für mich auch noch mal so ein bisschen sortiert, was wahre Freundschaften sind und was nicht weil die auch nachgefragt haben.
00:43:28: Die haben sich für mich interessiert.
00:43:31: Es kam eine ganz süße Frage ja möchtest du denn zur Party kommen oder ist dir das irgendwie zu doof ohne Alkohol?
00:43:37: Und dann habe ich noch im Spaß gesagt nö wenn ich dir nicht zu langweilig bin ohne Alchohol Weil ich wusste er dass ich dann schon wieder Spaß haben konnte.
00:43:43: und dann kam sie dann später so leicht angetrunken sagte Alex obwohl du nicht dann bist hast du ja die beste Stimmung, ich so siehste mal.
00:43:51: So kannst auch gehen.
00:43:52: also Toleranz und Offenheit und Kommunikation gehören dann dazu.
00:43:56: Dann bestehen diese Freundschaften durchaus weiter.
00:43:59: aber natürlich gibt es auch Brüche das habe Ich auch schon oft gehört dass sich Das umfeld einfach auch verändert gerade wenn Leute sehr viel mit Menschen zusammen waren Die nur getrunken haben Und auch weitertrinken weil dann ist man da nicht mehr so gern gesehen Weil dann hält man halt den spiegel vor.
00:44:15: Also kommt durchaus Natürlich Oft vor.
00:44:18: Ich hatte da Glück, dass die Leute, die weggebrochen sind, haben mir nicht so viel bedeutet und die wichtigen sind eigentlich nach wie vor da.
00:44:26: Ja.
00:44:27: Spannend, wie sich das so verändert.
00:44:28: Leonie aus deiner Erfahrung?
00:44:29: Aus deiner Arbeit mit Suchterkrankten Menschen als Therapeuten ist das so ganz klassisch.
00:44:35: geht es allen so?
00:44:38: Es ist total unterschiedlich, also jeder Weg raus und ist genauso wie jeder Weg rein.
00:44:43: Total individuell und ich find's immer ganz wichtig den Menschen mitzugeben.
00:44:47: Konzentrier dich auf dich!
00:44:49: Also ganz viele haben so den Wunsch wenn ich jetzt aufhör und abstehen entweder muss doch mein Partner oder meine beste Freundin müssen da mitziehen sonst schaff' ich das nicht.
00:44:57: Und es ist natürlich ein total nachvielziblerer Wunsch weil dass es so viel einfacher machen würde.
00:45:03: aber gleichzeitig ist es eben oft nicht die Realität weil nur weil ich das für mich entscheide heißt es nicht automatisch, dass mein Partner das für mich entscheidet.
00:45:11: Es ist natürlich schön, wenn ich als gutes Vorbild vorangehe und vielleicht andere mitziehe und mitmotiviere.
00:45:16: Aber da so ein bisschen den Druck rastet, nehmen wir zusammen, konzentrier dich auf dich!
00:45:19: Du bist jetzt die ... Ne?
00:45:21: Also dein Weg, dein Thema ist jetzt die Priorität.
00:45:23: Und alles andere sind nebenschaublässer.
00:45:26: Das spielt gerade keine Rolle.
00:45:28: Das finde ich immer so wichtig, weil ansonsten ganz viel Druck entsteht um Konflikte, und das macht's dann ganz schwer.
00:45:36: da immer den Fokus aufs eigene Thema und erst mal lenken.
00:45:40: Das kostet genug Energie, ja!
00:45:43: Ja das ist so... Aber wenn der Weg rein so individuell ist?
00:45:46: Wenn der Weg raus so individuelle ist was wäre denn dann die Frage mal an euch beide also einmal aus der therapeutischen und auch aus der persönlichen betroffenen Sicht Was wäre denn ein guter erster Schritt?
00:45:59: wenn ich merke Ich habe da ein Problem.
00:46:01: Wer möchte zuerst
00:46:04: Leonie, fangt du ruhig gerne ansonsten aus therapeutischer
00:46:07: Sicht?
00:46:07: Ich kann gerne starten.
00:46:08: Es beginnt ja erst mal damit, dass ich mir selber eingestehe.
00:46:10: Ich habe ein Problem.
00:46:11: Ansonsten suche ich gar keinen Weg raus und dann in irgendeiner Form Verbindlichkeit zu schaffen also mich irgendjemandem anzuvertrauen.
00:46:18: Das muss nicht das gleiche das ganze Umfeld informiert werden.
00:46:21: aber entweder wirklich man sucht sich eine therapeutische Hilfe oder nutzt online Programme wie das von Natali wo auch ne Onlinegruppe integriert ist mit der man sich austauschen kann.
00:46:32: Also irgendwo erst mal jemanden oder an Ort einen Raum zu haben, wo dieses Thema unbewertet offen geteilt werden darf.
00:46:40: Das ist schon so viel wert weil man aus dieser Scham rauskommt und wenn man darüber überhaupt erstmal ins Arbeiten kommt.
00:46:46: ansonsten ist man immer in einer Schamecke drin und kommt nicht voran.
00:46:52: Sich da wirklich erst einmal zu überlegen wem und wo kann ich mich anvertrauen?
00:46:57: Ist ein ganz wertvoller erster Schritt.
00:46:59: Und dann sind es viele kleine Schritte am Ende.
00:47:01: Das ist jetzt schwer zusammenzufassen, wie der Weg rauszieht aber zu verstehen, wie ist das dazu gekommen?
00:47:08: Also so zur Reflexion seit wann ist das schon so und wann wurde es mehr und wann war's vielleicht auch mal gar kein Thema in meinem Leben.
00:47:14: Es sind auch immer spannende Fragen.
00:47:15: Ja.
00:47:16: Und dann zu verstehen okay ... In welchen Momenten hab ich vielleicht besonders viel getrunken?
00:47:21: was könnte für eine Funktion dahinter gesteckt haben
00:47:23: usw.,
00:47:24: also das sind Themen die in jeder Suchtbehandlung letztendlich noch Rolle spielen.
00:47:29: Was sagst du, Alexander?
00:47:30: Gut dass ich Leonie hab anfangen lassen.
00:47:32: Wie ging's nämlich genauso?
00:47:34: Tatsächlich dachte ich so Boah der erste Schritt raus und es kamen so tausend Gedanken in den Kopf weil das halt so verschieden ist.
00:47:41: also mein erster Gedanke wo es dann hoffentlich keine bösen Kommentare gibt ist heute mal nichts trinken.
00:47:48: da kommt natürlich direkt ein Fass.
00:47:49: ja wenns so einfach wäre würde ich es ja machen aber mit diesem Grundgedanken das mal nicht daran gehen sagen Heute nicht.
00:47:55: Und was wir auch lernen ist, wenn heute zu lang ist die nächste Stunde nicht.
00:48:01: Wenn die nächste stunde zu lange ist die nächsten zehn minuten nicht und vor allem dann ist es tatsächlich so individuell.
00:48:10: also mir hat's total geholfen.
00:48:11: ich bin jemand ich brauche anweisungen und so leitplanken in denen ich mich bewegen kann.
00:48:17: wenn ich die habe dann fühle ich mich geführt und wenn ich vertrauen habe dann vertraue ich.
00:48:23: mache das auch einfach so Wenn man jetzt überhaupt nicht der Typ dazu ist und sagt, ich brauche aber jemanden, der mir gegenüber sitzt.
00:48:30: Dann sieht vielleicht der erste Schritt so aus dass ich noch heute in die Suchtberatungsstelle gehe und einfach dort spreche und wirklich mit einem Menschen sofort reden kann.
00:48:41: oder ich geh zu den anonymen Alkoholikern weil ich mir das mal anschauen will in einer Gruppe.
00:48:45: Ich glaube Das Wichtige Ist Dass Man Heute schon was tut als ersten Schritt und schaut, wie kann es dann weitergehen?
00:48:53: Und nicht sagt mache ich irgendwann.
00:48:57: Auf Wahnsinn aber so viele Herausforderungen!
00:48:59: Also ich habe selber in meinem näheren Umfeld ohne da jetzt tiefer darauf einzugehen, hab' ich zwei suchterkrankte Menschen.
00:49:04: beide haben's und das wäre jetzt eine spannende Frage gewesen weil du's gerade angerissen hast die anonymen Alkoholiker Kumpel dabei gehabt, der sich das angeguckt hat und gesagt hat Das ist hier gar nix für mich.
00:49:15: Ich empfinde das fast als sechtenartig.
00:49:18: ich komme vor wie bei den Freimauern irgendwie und er hat es aber durchdrücken wollen Und hat sich da überhaupt nicht wohl gefühlt und ist dann natürlich an der Sache gescheitert.
00:49:25: und ein anderer hat sich das angeschaut und hat gesagt dass Es für mich überhaupt nichts ist dann rausgegangen.
00:49:30: also das heißt Es ist auch super wichtig tatsächlich auf sein Gefühl zu hören und seinen eigenen Weg zu finden und nicht das wie es vielleicht andere Vorgeben oder so
00:49:39: ja und machen.
00:49:41: Also man findet es ja nur raus, durchaus probieren.
00:49:44: Wir haben auch Rückmeldungen, dass die Menschen einfach nur ... Es klingt jetzt so einfach aber durch Ansehen und Hören all unserer Videos und Podcasts nüchtern geworden sind.
00:49:54: Für manche weist das aber gar nicht.
00:49:55: Und manchmal kommen dann Kommentare von wegen, ja ihr stellt das alles so einfach da?
00:50:00: Das stimmt nicht!
00:50:01: Wir wollen es nicht einfach darstellen oder ich auch nicht.
00:50:03: deswegen versuche ich auch die Schwierigkeiten zu benennen.
00:50:06: Aber wenn man von Anfang an sagt, dass ist alles viel zu schwer Dann macht man ja den ersten Schritt gar nicht, dann versucht man's ja gar nicht erst.
00:50:13: Ja ganz ganz tolles Beispiel.
00:50:14: Ich muss in solchen Situationen immer ein britisches Märchen denken Da verläuft sich ein Junge im Wald mit Tieren zusammen und der ist mit einem Pferd unterwegs.
00:50:26: Und der Junge ist völlig verzweifelt, weil er im Wald den Ausgang nicht mehr sieht und Angst hat, dass er den Weg nicht mehr rausfindet, weil da so viele Bäume sind.
00:50:33: Dann sagt das Pferdd zu ihm aber siehst du denn deinen nächsten Schritt?
00:50:39: Und dann sagt der Junger ja, den sehe ich und dann sagt das Ferd, mach erst mal nur den!
00:50:43: Ich glaube, das trifft es wahrscheinlich ganz gut.
00:50:45: Voll schön, ja total ganz schön.
00:50:48: Also wir merken schon, dass es hochindividuell ist.
00:50:50: Es geht darum so seinen Weg zu finden.
00:50:52: das allerwichtigste überhaupt ist halt eben anzufangen und aus eurer Sicht heraus werden jetzt nur langsam auch zum Ende dieses Gespräches vielleicht schon kommen.
00:51:02: was würdet ihr denn Menschen mitgeben die das jetzt hier hören und sehen?
00:51:06: Vielleicht vorher gar nicht darüber nachgedacht haben, jetzt aber anfangen zu reflektieren vielleicht ein Bauchgefühl bekommen oder Menschen sich sehr deutlich angesprochen fühlen sogar von dem was wir hier besprochen haben.
00:51:17: Was würdet ihr denen gerne sagen?
00:51:19: Ich würde den Menschen gerne ermutigen, das einfach mal auszuprobieren.
00:51:24: Ein bisschen wie einige so ein Dry Generary machen oder so probiert doch mal aus in eine Woche nicht zu trinken oder zwei Wochen oder einen Monat und dann zeigt sich oft schon ist es tatsächlich ganz einfach oder ist es gar nicht so einfach?
00:51:38: Und da kann man für sich herausfinden, wie problematisch es denn tatsächlich ist.
00:51:43: und wenn man sich jetzt sehr angesprochen fühlt und eigentlich schon denkt oh ja, das ist ein Problem bei mir würde ich sein, vielleicht mal Google'n oder auch mal in sich reinhorchen.
00:51:53: Was brauche ich dann?
00:51:53: Also will ich tatsächlich so wie Alexander gerade beschrieben mit jemandem persönlich darüber sprechen möchte das Zimmer erstmal für mich ein bisschen bearbeiten.
00:51:59: Möchte ich vielleicht erst mal einen Buch dazu lesen.
00:52:01: also das ist ja das Schöne heutzutage dass es eben so viele verschiedene Herangehensweisen gibt.
00:52:05: Es muss nicht jeder eine Psychotherapie machen es muss nicht Jeder in der Entzugsklinik Ja, also es darf so unterschiedlich sein.
00:52:14: Genau, manche wollen zum Beispiel auch erst mal ganz viele Infos.
00:52:16: Also sich Wissen aneignen, Hauptsache wirklich irgendwo anfangen und dann ... wie du auch gerade an dem schönen Märchenbeispiel beschrieben hast so step-for-step vorangehen.
00:52:28: Was sagst du Alexandra?
00:52:30: Dann versuche ich einfach mal diese schönen Gefühle zu wecken was bei mir funktioniert hat wo man hin möchte.
00:52:36: denn Jeder, der jetzt spürt weiß es ist nicht immer gut so viel zu trinken.
00:52:41: Es gibt traurige Momente und jetzt stellt euch mal vor die gäbe es einfach nicht mehr.
00:52:45: Wenn ihr morgens aufwacht könnt ihr klar denken und klar entscheiden und ihr habt keinen Kopfschmerzen.
00:52:50: Ihr könnt einfach aufstehen in den Sonne gehen Und ihr habt Zeit mit dem Kind oder Freunden zu spielen Oder mit den Haustieren zu spielen weil ihr nicht gerade noch Flaschen entsorgen müsst.
00:53:02: Ihr werdet neue Ideen wirklich umsetzen, statt nur davon zu träumen.
00:53:06: Und vielleicht erfüllt ihr euch einen Traum der ansonsten einfach Traum geblieben ist?
00:53:10: Bei mir ist es ein Umzug nach Norddeutschland aufs Land wo ich einfach glücklich bin jetzt was sonst nie Thema gewesen wäre.
00:53:18: also Träum groß und macht euch bewusst das Leben... Ihr verliert nichts!
00:53:23: Ihr gewinnt!
00:53:24: Ihr werde definitiv gewinnen.
00:53:26: Ich weiß nicht was jeder Einzelne gewinnte aber für jeden ist etwas dabei.
00:53:30: ganz ganz sicher.
00:53:32: Das ist ein wunderschönes Schlusswort.
00:53:34: Da kann ich gar nichts draufsetzen, dann belassen wir es auch einfach dabei.
00:53:37: Mich hätte nämlich auch mal interessiert ob du jetzt Ziele oder Projekte hast die du vielleicht vorher nicht gehabt hättest aber das hast du ja wunderbar mit eingeflochten.
00:53:44: Ich
00:53:44: habe immer neue Ziele und Projektes!
00:53:46: Ja, das hört halt nie auf.
00:53:48: Und das Schöne ist man sprudelt ja auch viel mehr als vorher.
00:53:51: Ich glaube ganz oft bei diesen Süchten ist es so... Man hat immer seinen Null-Acht-Fünfzehn-Tagesablauf dieses berühmte Hamsterrad was den Menschen einerseits Sicherheit gibt und auf der anderen Seite spürst du trotzdem irgendwas nicht wie ich mir das eigentlich vorstelle.
00:54:04: Jetzt bist Du halt frei!
00:54:06: Und das ist so, das Paradox-Pascal Gutes, was gerade noch mal beschreibt.
00:54:09: Dass viele Menschen denken.
00:54:10: ich will aber die Freiheit haben Alkohol zu trinken.
00:54:13: Ich will mich frei daran fühlen Aber am Ende ist man überhaupt nicht frei.
00:54:16: Also diese Droge oder dieser Substanz hält ein halt so klein und es hat mit Freiheit irgendwann gar nichts mehr zu tun.
00:54:24: Sondern ja man schränkt sich selbst so ein Und bekommt eben dann durch eine Absinenz oft wieder die Freiheit zurück.
00:54:31: Ja, die man eigentlich von der Sucht so sich erwartet
00:54:35: Ja.
00:54:36: Wunderbares Schlusswort, zwei Punkt Null.
00:54:39: So wunderbar!
00:54:40: Ich danke euch beiden von Herzen.
00:54:41: einmal dass ihr euch die Zeit genommen habt uns die Zeit geschenkt hat hier mit dabei zu sein in dieser Podcastfolge das ihr dieses Projekt mit unterstützt und dann natürlich auch für eure Arbeit Leonie Eimer für deine therapeutische Arbeit Alexandra bei dir natürlich dafür dass du so offen und persönlich dich zeigst und erzählst und ich glaube auch ganz vielen Menschen damit Mut und Hoffnung macht sie sich vielleicht in diesen Situationen gerade wiederfinden.
00:55:05: Ganz toll auch mit dem Programm, was ihr da macht.
00:55:06: Also ich glaube ohne zu übertreiben kann man sagen, ihr rettet Menschenleben und das ist etwas ganz, ganz Wunderbares.
00:55:14: Schlußwort
00:55:15: drei Punkt Null!
00:55:16: Vielen Dank Pascal.
00:55:18: Ja
00:55:19: sehr, sehr gerne.
00:55:19: Ganz schön
00:55:20: dass wir hier sein durften und mit dir darüber sprechen durften.
00:55:23: Das freut mich ja.
00:55:24: Ich hoffe natürlich wir haben den ein oder die andere damit erreicht vielleicht auch einen kleinen Denkanstoßen, einen kleinen Impuls gegeben falls ihr euch angesprochen gefühlt haben solltet.
00:55:34: Also einmal natürlich das Programm von Natalie und bezahlte Werbung verlinke ich in den Beschreibung falls das ein Anlaufpunkt für euch sein könnte, andere wichtige Links zur Suchtberatung und so packe ich euch auch in die Beschreibungen falls ihr euch damit auseinandersetzen wollt.
00:55:48: ansonsten auch euch allen da draußen danke fürs Zuhören!
00:55:51: Ich hoffe er habt euch unterhalten und informiert gefühelt.
00:55:54: auch ihr könnt das Projekt weiter unterstützen indem ihr mir liked teilt abonniert dass.
00:55:58: es finde ich ein wahnsinnig wichtiges Thema worüber wir in unserer Gesellschaft nehmen vielen anderen, aber dem eben vor allem auch.
00:56:04: Worüber wir viel offener und viel weniger stigmatisiert sprechen sollten und müssen.
00:56:11: Und ja falls ihr betroffen sein solltet hoffe ich einfach dass ihr einen stabilen Tag habt.
00:56:15: Freu mich auf die nächste Folge mit euch!
00:56:29: Tschüss!
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